Die EU steht am Rande einer Staatsschuldenkrise. Gleichzeitig lähmen Klimapolitik, Überregulierung und Staatswirtschaft die Ökonomie. Ursula von der Leyen bietet eine Lösung an: die Aktivierung der Bankguthaben der EU-Bürger per Staatsdekret.
IMAGO / Le Pictorium
Wie halten wir es in Europa künftig mit dem Privateigentum? Eine hochkomplexe Debatte schließt sich an diese Frage an, die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Freitag auf ihre ganz eigene Weise interpretiert hat. In einer Rede vor Unternehmern des französischen Arbeitgeberverbands Medef in Paris schwadronierte die ehemalige Verteidigungsministerin davon, Bankguthaben der EU-Bürger zu verwenden, um der notleidenden Eurozone, der Eurowirtschaft, auf die Beine zu helfen.
Eine unmissverständliche Botschaft: Privateigentum als Schutzmauer des Bürgers vor einem übergriffigen Staat hat nach Ansicht der Chef-Eurokratin als Zivilisationsfaktor ausgedient. Zentralplanung, Fördermittelirrsinn – das ist Brüssel unter dem Brennglas.
Von der Leyen wird vor den Unternehmern deutlich: Europa verfüge über Sparguthaben, so von der Leyen, doch befinde sich dieses leider an der Seitenlinie. 10 Billionen Euro ruhen als Barguthaben in den Händen der privaten Haushalte auf Bankkonten, doziert von der Leyen im Stil einer klassischen Zentralplanerin, die ihren Blick nicht mehr vom Vermögen der Bürger abwenden will. Die europäische Wirtschaft müsse dieses Kapital nun für ihre Unternehmen in Arbeit bringen, dekretierte die Chefbürokratin weiter.
Beinahe tragikomisch wirkt die ökonomische Unkenntnis dieser beiden Polit-Protagonisten einer EU, die sich nun offen einer unfreiheitlichen Ideologie zuwendet. Barguthaben sind nämlich mitnichten nutzloses Cash. Aus Sicht des Bankensektors handelt es sich bei Kundeneinlagen um eine zentrale Refinanzierungs- und Liquiditätsquelle, die in den Geld- und Kreditkreislauf eingebunden ist und die Vergabe von Krediten ermöglicht. Bankkredit entsteht in der modernen Geldordnung nicht einfach durch das bloße Weiterreichen vorhandener Einlagen. Geschäftsbanken schaffen durch die Kreditvergabe neues Buchgeld, wobei dieser Prozess nicht einfach als ein mechanisches „Hochhebeln“ bestehender Einlagen verstanden werden kann. Kundeneinlagen erfüllen somit zahlreiche Aufgaben, von der privaten Liquiditätsplanung und Kassenhaltung bis hin zur Finanzierung und Steuerung von Bankprozessen.
Eine derart massive Intervention in die hochkomplexe und fragile Liquiditäts- und Kreditstruktur des Bankensektors wäre nicht nur ein barbarischer Akt des Sozialismus – es wäre ein Frontalangriff auf die Funktionalität des Bankensystems generell. Dennoch wird es zu massiven Interventionen der EU kommen – finanziell sind sie nämlich gegen eine Mauer gelaufen.
Frankreich befindet sich in einer Schuldenspirale mit einer Neuverschuldung von 5,7 Prozent im laufenden Jahr und einem parlamentarischen Pakt, der jede Form von Haushaltskonsolidierung ausschließt. Deutschland wird im kommenden Jahr mit einer Neuverschuldung, berechnet man das kommunale Defizit, das Sondervermögen und die Sozialkassen mit ein, von über fünf Prozent aufwarten – das macht eine Gemeinschaftsfinanzierung über Eurobonds, die Konsolidierung des Schuldenberges unter dem Dach der EU-Kommission unter tatkräftiger Liquiditätshilfe der EZB wahrscheinlich.
Hier schließt sich der Kreis. Während das Kapital den alten Kontinent über alle, über sämtliche noch offenen Wege verlässt, wächst der Finanzbedarf des ideologischen Großexperiments der EU und seiner Nationalstaaten ins Unermessliche. Allein die grüne Subventionsmaschine zerstört Jahr für Jahr Milliarden. Den letzten Stoß über die ökonomische Klippe allerdings wird die wiederentdeckte Lust am Militarismus versetzen. Militär-Keynesianismus ist jedoch keine ökonomische Alternative für den freien Markt. Es ist lediglich ein weiteres fiskalisches Grab, das die politische Führung in ihrer Panik in diesen Monaten aufwirft.
Das folgende Schlusskapitel ist im Grunde bekannt: Brüssel wird sich für massive Kapitalverkehrskontrollen entscheiden. Das Rahmenwerk hierzu nimmt bereits Formen an: In zwei Jahren soll der digitale Euro eingeführt werden, zunächst als Pilotphase, ganz sicher zu einem späteren Zeitpunkt als monetärer Standard, der es Brüssel erlaubt, die vollkommene Kontrolle über Auslandstransfers auszuüben.
Ein Verbot von Auslandskonten für EU-Bürger steht ebenfalls im Raum und wird Schritt für Schritt eingeführt, genauso wie die digitale ID und die harte Regulierung des Kryptosektors. Langsam aber stetig schließen sich die Tore.
Im Grunde genommen ist es wie immer im Sozialismus: Eines Tages wird den Zentralplanern das Geld der anderen Leute ausgehen. Erst dann setzt die zermürbende Repressionsarbeit des machtvollen Zentralkörpers ein.







Sie müssenangemeldet sein um einen Kommentar oder eine Antwort schreiben zu können
Bitte loggen Sie sich ein
Soll zwar angeblich freiwillig sein (noch), aber was soll das bringen?
Die Gelder wären immer noch gebunden, es würde der Wirtschaft kein Stück helfen, mit Greenwashing und ohne echtes Umdenken werden weiterhin die Unternehmen aus Deutschland vertrieben. Außerdem profitieren hauptsächlich AGs, die eh nur nach Rendite und nicht Gemeinwohl handeln.
Das NS-Regime finanzierte seine Aufrüstung und Kriegsvorbereitung zuerst über Kredit, über Reichsanleihen, also Staatsschuldenpapiere und die beschlagnahmten, jüdischen Vermögen. Den Bürgern wurde die Investition in Aktien und Unternehmensanleihen verboten. Als das nicht mehr ausreichte und Deutschland vor dem Staatsbankrott stand, wurden die privaten Banken gezwungen, die Einlagen ihrer Sparer in Reichsanleihen zu investieren. Zurückzahlbar nach dem „Endsieg“. Was die EU nun plant, entsteht aus einer ähnlichen Zwangslage und mit ähnlichen Zielen. Die normalen Finanzierungsmöglichkeiten sind ausgeschöpft, nun geht es an die Ersparnisse der Bürger. Als nächsten dann vielleicht an die Vermögen der Andersdenkenden und rechten Abweichler. Alles geboren aus Überschuldung… Mehr
VdL ist also der Meinung, der Staat oder gar die EU könne besser mit Geld umgehen, als der private Kontoinhaber?
Aus dieser Drohung leite ich die konkrete Gefahr ab, dass unser Geld auf der Bank womöglich auch nicht sicher ist. Was also tun? Auswandern wäre dann die naheliegende Konsequenz.
wenn Sie sich mit dem Gedanken „auswandern“ beschäftigen, sollten Sie sich vorher auch mit dem Thema „Wegzugsteuer“ befassen! Wenn Sie dem Staat alles (Ihr gesamtes Vermögen incl. Rentenansprüche, Lebensversicherung, Bankkonto, Edelmetalle, Immobilien, Haus und Hof usw.) überlassen, erhalten Sie vielleicht die Erlaubnis zur Ausreise aus der EU! (kommt mir irgendwie bekannt vor!)
„Wegzugsteuer“ nannte man einstmals Reichsflucht-Steuer … alles schon mal da gewesen.
Das hat mit Sozialismus, Honecker oder dem Wirtschaftssystem des Ostblocks leider nichts zu tun, auch wenn der Autor das suggerieren möchte. Die DDR hat eine weiche, nicht konvertierbare Binnenwährung, die verhinderte, dass sich Private, Unternehmen, Kreise, Bezirke in harter Währung verschulden konnten. Es gab keine vergleichbare Kreditwirtschaft und keine Privatbanken, da Kredite nur in sehr kleiner Menge – nur in der Binnenwährung – und staatlich gelenkt, etwa für Hausbau, vergeben wurden. Sonst wurde alles bar und aus Ersparnissen bezahlt. Es gab einen Gesamthaushalt aus dem alle Investitionen und der Devisenbedarf bestritten werden mussten: es enstanden rein rechnerische Buchschulden der Betriebe,… Mehr
Die Mauer wird wieder aufgebaut, nur wird hier das Geld der Bürger eingemauert und letztlich gestohlen, denn die Idee ist ja Sparguthaben zu per Konstrukt zu Staatsanleihen zu machen. Damit tragen die Sparer die Risiken ohne dafür am Markt eine gerechte Kompensation aushandeln zu können.
Tolle Idee, Flinten-Uschi:
Hoffentlich wird Eric Cantonas Aufforderung dann endlich wahr und alle Europäer heben ihr Geld von de Bank ab – das wäre dann das Ende des Euros!
aber bitte maximal 1000€ pro Tag – zu ihrer eigenen Sicherheit (oder so: Zynismus : off)
und was wollen Sie dann noch mit den vielen bedruckten Scheinchen? Kein Händler wird Ihnen für das FIAT-Geld noch etwas eintauschen wollen. – Nur Gold ist echtes Geld!
Enteignung oder Krieg. Nun wähle.
Es muss heißen: Enteignung UND Krieg – ohne Wahl.
Merz hatte doch schon vor der BTW auf einem Wirtschaftsgipfel sein Herz geöffnet und kam mit dem Gedankenspiel von jedem Bürger mind. 10% seiner ersparnisse einzukassieren, natürlich gegen Zinsen…..so neu ist die Sache also garnicht und wird von langer Hand geplant
Zum Schmunzeln: Diese sogenannte „Politik“, die abermals den mitnichten funktionierenden Sozialismus einführen möchte (https://www.epochtimes.de/wissen/der-dunkle-ursprung-des-kommunismus-satanismus-illuminaten-und-ihr-hass-auf-die-welt-a2065872.html), wird definitiv scheitern!
Hat sie diese Idee schon Herrn Selenski gesteckt? Es wäre gewiss eine gute Idee, Vermögen der ukrainischen Bürgern zu aktivieren.
Das wäre sogar die Pflicht, bevor auch noch ein europäischer Steuereuro für die Ukraine fließt.
Ukraine könnte ja die eigenen Bürger verpflichten, Schuldscheine zu kaufen, die nach Kriegsende zurückgezahlt werden.
Und erlöse uns von der van der Leyen…