Fehlende weltweite Raffineriekapazitäten treiben die Energiepreise an. Wirtschaftsministerin Reiche will die heimischen Raffinerien stützen, knüpft die Strategie aber an ökologische Bedingungen. Die Union bleibt treues Mitglied im Klimawandler-Verein.
picture alliance/dpa | Fabian Sommer
Elf Raffineriestandorte zählt Deutschland heute noch. Sie verarbeiten jährlich gut 92 Millionen Tonnen Rohöl – die Grundlage für einen erheblichen Teil der heimischen Kraftstoffversorgung. Es gab einmal siebzehn Raffinerien im Land, die in der Spitze 110 Millionen Tonnen Rohöl verarbeiteten. Deutschland exportierte seinerzeit raffinierte Endprodukte wie Benzin oder Benzinkomponenten an seine Nachbarn.
Das war vor dem regulatorischen Niederbruch des Landes, vor Klimaregulierung, Überbesteuerung und CO2-Zertifikatehandel. Wie auch auf dem Strommarkt wurde Deutschland bei den Kraftstoffen in die Rolle des Importeurs gedrängt.
Die Unwuchten zwischen Deutschland und der globalen Konkurrenz sind immens. Ein Blick an die Zapfsäulen im Land enthüllt das unermessliche Desaster der Energiewende: Diesel kostete in den vergangenen Tagen in Deutschland etwa 2,30 Euro. Die Amerikaner klagen angesichts dessen auf hohem Niveau: In den USA kostet der Liter etwa 1,35 Euro. Ein Unterschied wie Tag und Nacht, von rund 40 Prozent. Nach Daten von Global Petrol Prices liegt China noch einmal ein Fünftel unter dem US-Niveau – wer dort produziert, hat gegenüber der von der grünen Lobby malträtierten freien deutschen Wirtschaft einen klaren Vorteil.
Wirtschaftsministerin Katherina Reiche versucht, den sichtbaren Flaschenhals der Raffineriekapazitäten politisch neu einzuordnen. Die andauernden Angriffe der Ukraine auf die russischen Raffinerien haben die Lage in diesem wichtigen Teil der ökonomischen Wertschöpfungskette global drastisch verschlimmert. Sie will den deutschen Raffinerien finanziell unter die Arme greifen – wie genau und in welcher Höhe, ließ das Ministerium in der vergangenen Woche zunächst offen. Am Freitag verkündete es lediglich den Auftakt eines Dialogs mit der Mineralölwirtschaft.
Ein Ausbau der Raffineriekapazitäten wäre dringend erforderlich, ähnlich wie die Rückkehr zur Kernkraft. Aber diese Prozesse kosten Zeit. Viel Zeit wurde vergeudet, Substanz zerstört durch die Überbelastung der Unternehmen mit CO2-Steuern und Abgaben. Selbst Gewerkschaften wie die IGBCE sowie die betroffenen und angeschlossenen Unternehmen stehen nun Schlange beim Wirtschaftsministerium in der Hoffnung, dass Bewegung in die Sache kommt.
Doch wie es scheint, bleibt sich Reiche treu: Sie blinkt marktwirtschaftlich, mimt die rationale Politikerin, bloß um umgehend wieder in das grünsozialistische Denkmuster abzugleiten. Ihr Haus wolle in einer Studie aufzeigen, wie sich im Falle der Raffinerien Resilienz in Planungsinstrumenten und Verwaltungsstrukturen verankern ließe. Wie das den Raffinerien akut helfen soll, bleibt das Geheimnis von Frau Reiche.
Bürokratensprech im hohlen Modus
Dafür nennt sie konkrete Bedingungen für eine Wirtschaftshilfe, deren Höhe und Zeitpunkt ebenso unbekannt sind wie ihre Ausgestaltung: Raffinerien sollen ihre Anlagen gegen Steuergeld schrittweise umbauen, um den angeblich zunehmenden Bedarf aus nachhaltigen statt aus fossilen Quellen zu decken. Milliardeninvestitionen wären nötig – wir kennen das vom grünen Stahl. Hinter all diesen politischen Seltsamkeiten versteckt sich der Green Deal mit seiner Umverteilungslogik. Reiche selbst räumte ein, dass eine Schließung der Raffinerien nicht mehr durch Importe zu kompensieren wäre. Doch sei’s drum: Das Geschäft mit der grünen Umverteilung übertrumpft in Berlin jede wirtschaftspolitische Ratio.
Vor allem die bereits notleidende chemische Industrie wäre in ihrer Existenz bedroht und vollends zur Abwanderung ins Ausland gezwungen. Ein bemerkenswertes Eingeständnis: die Ohnmacht vor der linksgrünen Ideologie, die nicht mehr weiß, wie man die Kurve kriegt – wenn man dies überhaupt noch anstrebt. Denn der geschaffene grüne Umverteilungsapparat ist pures politisches Gold: Er verspricht reinste Macht und Steuerungskompetenz. Dies gilt so lange, bis auch die hochsubventionierten Kunstökonomien kollabieren.
Es ist die alte Logik der Energiewende: Man gibt vor, die Branche der Fossilen zu retten, nachdem man sie mit Regulierung und Kosten aus dem Wettbewerb geschossen hat, bloß um später das Geschäftsmodell mit neuen Subventionen zu manipulieren. So entstehen Industriebrachen, die jedes Jahr aus der grünen Umverteilungsmaschine Fördermittel in Milliardenhöhe erhalten, um liquide zu bleiben. Eine ewige Fördermittelmühle, an deren Ende die altbekannten Subventionsjäger warten.
Dass die Bundesregierung die strategische Bedeutung der Raffinerien auf dem energiepolitischen Feld noch immer nicht erkannt zu haben scheint, ist erschreckend. Aber es ist eines von zahlreichen Symptomen unserer Zeit, die darauf hindeuten, dass sich an der Richtung des Landes fürs Erste nichts mehr ändern wird.






Sie müssenangemeldet sein um einen Kommentar oder eine Antwort schreiben zu können
Bitte loggen Sie sich ein
Es wird sich erst dann was ändern wenn diese Leute auch einen kalten Hintern bekommen. So lange aber sie sich ihr Popöchen in steuergeldfinanzierten Büros und anderen Destinationen wärmen können trifft sie das Problem nicht. Wie bei vielen anderen, nur die Bürger betreffenden Problemen halt auch. Es ist wie so oft halt eine Frage des Geldes. Das ist bei immer mehr Menschen das Kernproblem.
Reiche – erneut eine sogenannte „intellektuelle Frau“, die treudoof dasjenige umsetzt, das die sogenannte „Elite“ ihr diktiert (sie selbst ist lediglich Erfüllungsgehilfe https://www.youtube.com/watch?v=3zuO_Ed__KA):: Vorsätzliche Zerstörung des Wohlstandes des ethnischen Deutschen Volkes im Namen des Märchen „Klimawandels“ (https://science.apa.at/power-search/15201337634974839324 — https://www.youtube.com/watch?v=8SNsfVYNels), das insbesondere sogenannte „intellektuelle Frauen“ wie Reiche glauben (https://taz.de/Klimapolitik-der-Bundesregierung/!6223267/ — https://taz.de/Diversitaet-beim-Klimaprotest/!5645995/), das erklärt, weshalb jene sich mit besonderen Zerstörungseifer hervortun, der wiederum aufzeigt, wie kaputt jene alliierte und verweiblichte BRD ist!
Sehr witzig! Erst verteuert sie die Energie für den Verbraucher durch Klimawahndrangsalierung der Raffinerien, dann werden dem Verbraucher für die notwendig gewordenen Subventionen auch noch Steuern aus der Tasche geleiert.
Intelligent geht anders.
Hier könnte der Wähler helfen, minderbefähigte Politiker aus ihrem ideologischen Gefängnis zu befreien. Tut er aber nicht.
Ein Hoch auf die Palliativmedizin:
Sie hält das tattrige Rollator-Klientel gerade so lange über Wasser, bis das Kreuz reflexartig bei CDU und SPD gelandet ist und die Zukunft der Jugend erfolgreich vernichtet wurde❗
Es zeigt sich einmal mehr, dass die auch von TE mit viel Vorschußlorbeeren bedachte Drehtür-Kathi ein Totalausfall ist.
MAL WAS VERNÜNTIGES IN DIESER IRREN ZEIT: „15 Jahre Merkel rückabwickeln“: Die brutale Abrechnung von Hans-Werner Sinn. Der frühere Ifo-Chef rechnet mit der deutschen Wirtschaftspolitik ab. Die Reformen von Schwarz-Rot hält er für bloße „Mangelverwaltung“. Er fordert eine Abkehr von der Klimapolitik, längeres Arbeiten und eine harte Aufarbeitung der Merkel-Jahre. BERLIN. Der frühere Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn hat vor einem massiven Wohlstandsverlust in Deutschland gewarnt und eine grundlegende Abkehr von der bisherigen Wirtschaftspolitik gefordert. „Der Lebensstandard in Deutschland wird sich sehr, sehr deutlich verringern in den kommenden Jahren“, sagte der 78jährige im Podcast von Bild-Journalist Paul Ronzheimer. Er sei für die… Mehr
In ihrem H#ss auf die fossilen Brennstoffe hat die BR gleich noch genehmigt, daß der größte dt. Tanklager-Betreiber Tanquid, der u. a. die Nato und die Bundeswehr beliefert, an Sunoco, eine Firma des Trump-Vertrauten Warren vertickt wird. – Natürlich mit strengen Sicherheitsauflagen „schwörisch, Bro“.
Wie könnte Reiche auch der nicht so ganz geheimen Vorsitzenden der CDU/CSU Uvdl in Brüssel auch widersprechen?
Wenn man auf die BMWE-website geht, dann kann man sehen, dass zuerst einmal herumlaviert wird. Arbeitsgruppen sollen bis zum nächsten Frühjahr konkrete Strategie- und Planungsgrundlagen erarbeiten. Da die Raffinerien im Golf bereits seit April beschädigt oder zerstört sind, und Russland seit Juni das Exportverbot für Diesel verfügt hat, wundert man sich, warum man sich ab Ende Oktober, und dann für weitere 3-6 Monate Zeit läßt um Planungsdaten vorzubereiten. Hinter der Ministerin steht schon an der Wand was man noch garnicht hat.
Es lohnt wirklich nicht mehr, sich überhaupt noch mit dem „Erbrochenem“ dieser Politischen Gruselgusten inhaltlich zu beschäftigen.
Dieses „bildungsreduzierte Politpersonal“ mit ihrer vorgetäuschten Polit-Kompetenz offenbart nur noch eine Simulation von Politischer Leistungsfähigkeit und der damit einher gehenden Unmöglichkeit, Probleme überhaupt inhaltlich im Sinne einer Problemlösung begreifen zu können.