Claude und die Biowaffen – wenn Terroristen die KI entdecken

Wie gefährlich die Verwendung der Künstlichen Intelligenz sein kann, zeigt der aktuelle Bedrohungsbericht des US-KI-Konzerns Anthropic: Detailliert wird beschrieben, wie Wissenschaftler aus gesperrten Regionen versuchten, das Sprachmodell Claude für Forschungsarbeiten zur Entwicklung biologischer Waffen zu nutzen.

picture alliance / NurPhoto | Matteo Della Torre

In dem am Donnerstag veröffentlichten Threat-Intelligence-Bericht spricht das US-Unternehmen Anthropic von einem ernsten Risiko fortschrittlicher KI-Systeme und dokumentiert Missbrauchsfälle zwischen Dezember 2025 und August 2026. Darunter sind fünf Fallstudien mit Bezug zu potenzieller Biowaffenforschung.

Anthropic nennt aber weder die betroffenen Länder noch die Institute. Die Forscher hätten regionale Zugangssperren umgangen – über Wiederverkäufer-Plattformen, US-Server, synthetische Konten und Dienste mit Null-Datenspeicherung und den Zweck ihrer Arbeit verschleiert, um Sicherheitsfilter zu umgehen. Das Unternehmen identifizierte 35 Forschungsvorhaben mit potenziell besorgniserregender Aktivität. Die zugehörigen Konten wurden gesperrt, Erkenntnisse an Behörden und andere Labore weitergegeben.

Besonders brisant war ein Fall vom Mai 2026: Ein biologischer Sicherheitsclassifier blockierte die Bitte, mit Claude einen Förderantrag zu schreiben. Es ging um Gain-of-Function-Forschung am Chikungunya-Virus, einem durch Mücken übertragenen Erreger, der wochen- oder monatelang starke Schmerzen und Fieber auslösen kann. Geplant waren genetische Veränderungen, die Übertragbarkeit und Immunflucht erhöhen sollten.

Solche Experimente können Impfstoffe verbessern – oder einen Erreger gefährlicher machen. Anthropic stufte den Vorgang als besonders heikel ein, weil die Arbeit an einem militärischen Forschungsinstitut vorgesehen war. Eine Reseller-Plattform habe den Verkehr aus gesperrten Regionen durch US-Infrastruktur geleitet.

Vogelgrippe und Pockenviren für den Terror?

In einem zweiten Fall arbeitete ein Forscher außerhalb der USA wochenlang mit Claude an Plänen, die hochpathogene Vogelgrippe an Säugetiere anzupassen. In weiteren Beispielen sollte das Modell einen vollständigen Förderantrag zu Orthopoxviren – der Familie, zu der auch Pockenviren gehören – formulieren oder bei der Erstellung vierteljährlicher Fortschrittsberichte zu Toxinen helfen. Ein staatlich unterstützter Wissenschaftler ließ sich zudem ein Atlas von Giftpeptid-Sequenzen und eine Optimierungspipeline für Moleküle erstellen, die sowohl als Therapeutika als auch als Giftstoffe dienen können. Threat-Intelligence-Chef Jacob Klein sagte der New York Times, niemand habe ausdrücklich um eine Massenvernichtungswaffe gebeten: „Es ist eine unglaublich nuancierte Situation.“ Ob die Forschung tatsächlich militarisiert werden sollte, wisse man nicht.

Anthropic beschreibt aktuell auch russisch verknüpfte Cyber-Spionage, iranische Propaganda, chinesische Überwachung von Dissidenten und Uiguren sowie weitere sechs Fälle, in denen Claude Software für konventionelle Waffen mitentwickeln sollte – darunter Raketen, Drohnen und Munition in China, Russland und Jemen. Das Unternehmen betont, ältere Modelle hätten für anspruchsvolle Biowaffenarbeit noch kaum ausgereicht. Neuere Systeme wie Claude Fable 5 erhielten stärkere Filter gegen Dual-Use-Anfragen.

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Kommentare ( 14 )

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EinBuerger
7 Tage her

Das könnte zu einer weltweiten Zusammenarbeit (vor allem von USA und China) und Sicherheitsstandards führen. Ähnlich wie die „Zusammenarbeit“ bei Nuklearwaffen.

Boudicca
8 Tage her

Die Deutschen werden zu KI in Zukunft eher nicht in der Lage sein etwas beizutragen. Das wird anscheinend bereits in der Schule einfach weg reguliert indem man die Basis dafür, Rechnen, Schreiben und das Lesen nicht mehr ausreichend vermittelt.

Aegnor
8 Tage her

Solche Sicherheitsfilter sind natürlich besonders effektiv, wenn man der KI vorher links-woke eintrainiert hat, dass islamische Terroristen alle ganz harmlos und eigentlich im Recht sind, und jede Kritik am Djihad-Konzept antimuslimischer Rassismus ist.

HansKarl70
8 Tage her

Das „dicke Ende“ kommt noch, ganz sicher.

Heinrichg
8 Tage her

Viel intetessanter: Jacob Coxon hat aktuell bei Anthropic gekündigt, weil er befürchtet, dass KI sich verselbständigt und die Herrschaft über die Menschen erlangt.

Dieter Rose
8 Tage her

Zauberlehrling…fällt mir dazu nur ein!

Der Person
8 Tage her

Lustig wird´s, wenn es umgekehrt läuft, d.h. eine KI gezielt Terroristen ausbildet und anleitet, um ihre eigenen Ziele durchzusetzen.

Haba Orwell
8 Tage her
Antworten an  Der Person

Das wäre dann Konkurrenz für die westlichen Geheimdienste, die es schon länger tun. In Afghanistan, Syrien, Iran, Frankreich in Westafrika…

Last edited 8 Tage her by Haba Orwell
HansKarl70
8 Tage her
Antworten an  Der Person

Wahrscheinlich wird die sogenannte KI ganz schnell feststellen, das Menschen eigentlich vollkommen kontraprodruktiv zum erreichen ihrer Ziele sind.

OJ
8 Tage her

Die Medaille der KI hat zwei Seiten:
Vorne strahlt die glänzende Zukunft, in der Algorithmen die Arbeit erledigen, Texte schreiben und dich wie ein visionäres Genie aussehen lassen.
Drehst du sie um, siehst du das leise Grinsen des Codes.
Die Maschine löscht uns am Ende alle effektiv aus oder zumindest den Stecker zieht.
Es ist eben immer eine Frage der Perspektive, entweder du feierst den maximalen Erfolg im Hier und Jetzt, oder du stirbst wenigstens mit einem perfekt formulierten Abschiedsbrief❗

fatherted
8 Tage her

Die letzte Biowaffe hieß Corona und wurde durch die Amis finanziert in China hergestellt…..spricht auch keiner mehr drüber. Im übrigen reicht ein Flug in den Kongo und man holt sich dort einen Abstrich von einem Ebola Kranken….vermehrt den kräftig auf Nährboden….schon hat man was man braucht…da muss man keine Biowaffe neu erfinden.

Edward S.
7 Tage her
Antworten an  fatherted

Es gibt kein Corona. Warum wird mein Kommentar hier zensiert?

Edward S.
8 Tage her

Wer’s glaubt. Die realen Biowaffenlabore sind in der Ukraine. Offiziell bestätigt.

HansKarl70
8 Tage her
Antworten an  Edward S.

Biowaffen sind keine, sie können auch immer gegen den Erstanwender eingesetzt werden. Das möchte niemand, egal wo.