Eine der härtesteten Sanktionen gegen Russland soll auf Wunsch der US-Regierung fallen: Washington möchte eine Wiederaufnahme der Milliarden-Deals mit russischem Pipeline-Gas für Europa. Die US-Regierung hat dafür gute Gründe.
IMAGO / SNA
Die Vereinigten Staaten drängen aktuell auf eine rasche Wiederaufnahme russischer Erdgaslieferungen nach Europa – und zwar über die Pipelines, die durch die Ukraine führen. Das berichtet das „Wall Street Journal“ nach Informationen aus der US-Regierung sowie auch von ukrainischen Regierungsvertretern. Der Vorstoß ist Teil der Versuche, noch vor dem Winter ein „Energie-Waffenstillstand“ zwischen Moskau und Kiew zu erreichen und die gegenseitigen Angriffe auf die Energieinfrastruktur zu stoppen.
Die Idee dazu sei im September von den Sondergesandten Jared Kushner und Steve Witkoff bei Gesprächen in Moskau und Kiew eingebracht worden: Russisches Gas soll über einen amerikanischen Zwischenhändler verkauft werden, um europäische Sanktionen und Beschränkungen zu umgehen. Gleichzeitig würden damit Geschäftsmöglichkeiten für US-Investoren geschaffen. Die Erlöse Russlands könnten laut einem US-Beamten auf ein Treuhandkonto in einem Drittstaat fließen, damit sie nicht direkt der Kriegsfinanzierung dienen.
Warum möchte die US-Regierung Europa helfen?
Natürlich drängt sich die Frage auf: Warum setzt die US-Regierung ausgerechnet auf die Rückkehr russischer Gas-Exporte nach Europa, nachdem sie jahrelang die europäische Abkehr von Moskau unterstützt hatte? Mehrere Motive überlagern sich.
Erstens geht es um einen kurzfristigen militärischen und humanitären Effekt: Die Angriffe auf Kraftwerke, Pipelines und Raffinerien haben in beiden kriegsführenden Ländern die Energieversorgung destabilisiert. Ein begrenzter Gastransit soll beiden Seiten einen wirtschaftlichen Anreiz geben, die Schläge auf die Infrastruktur einzustellen. Die Ukraine würde wieder Transitgebühren einnehmen, Russland erhielte Deviseneinnahmen. Für Washington ist das ein möglicher Hebel in den laufenden Friedensgesprächen.
Drittens ist der Vorschlag in die breitere Logik der aktuellen US-Diplomatie eingebettet: Die Trump-Administration setzt stärker auf wirtschaftliche Anreize und Geschäfte als auf klassischen Druck. Ähnliche Überlegungen tauchten bereits Mitte Oktober in der New York Times auf: Die Wiederaufnahme der Lieferungen werde als möglicher Bestandteil eines größeren Friedenspakets betrachtet – neben anderen wirtschaftlichen Zugeständnissen an Moskau. Dreier-Gespräche unter Beteiligung der USA, Russlands und der Ukraine sind für Mitte November in Abu Dhabi vorgesehen.
Widerstand aus Brüssel
Der Plan stößt in europäischen Hauptstädten auf deutliche Ablehnung, die EU hat mit dem REPowerEU-Rahmen ja einen verbindlichen Ausstieg aus russischem Gas beschlossen: LNG-Importe unter langfristigen Verträgen sollen ab dem 1. Januar 2027 enden, Pipeline-Gas ab dem 30. September 2027 (mit begrenzter Verlängerungsmöglichkeit bei Speicherproblemen). Die Europäische Kommission und insbesondere Deutschland haben wiederholt klargemacht, dass eine Rückkehr zu russischem Gas die Energiesicherheit gefährden und eine mühsam aufgebaute Unabhängigkeit untergraben würde.
Deutschland droht ein Energie-Engpass
Technisch wäre der Gas-Transit über die Ukraine vergleichsweise schnell wieder möglich: Die Pipelines gelten als weitgehend intakt. Der Vertrag war Ende 2024 ausgelaufen, weil Kiew eine Verlängerung abgelehnt hatte. Politisch und rechtlich bleibt der Weg jedoch steinig. Russland hat bisher Versuche eines Energie-Waffenstillstands zurückgewiesen. Parallel dazu gab es in den vergangenen Wochen wieder verstärkte Angriffe auf die Energieinfrastruktur. Deutschland und auch Österreich könnte die Öffnung der Gas-Pipelines vor einer ab Jänner dramatischen Energie-Situation bewahren: Die Gas-Speicher dieser zwei Nationen sind schlecht gefüllt – und bei einem strengeren Winter drohen eine Gas-Sparpflicht oder sogar zeitweise Ausfälle der Energieversorgung.




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Reparieren die USA auch wieder unsere Pipeline, nachdem sie die zusammen mit unseren „Freunden“ England, Polen, Schweden, Denmark und Norwegen in die Luft gesprengt haben?
Die Alt-DDRler drehen wieder am Rad. 😁
Die Amerikaner könnten ihnen einen Goldbarren in den Allerwertesten stecken und sie hielten ihn für eine rostige Drahtbürste.
Dass die SED-Konditionierung noch fast 40 Jahre später ohne die geringsten Anzeichen von Verschleiß funktionieren würde, hätte nicht mal Erich geglaubt.
Gas aus Russland? – Gute Idee, aber was sagen Uschi und der Friedenskanzler?
Zwischen der Barentssee und Namibia (West-Afrika) liegen gewaltige Öl- und Gasvorkommen welche Europa sich strategisch, und auch militärisch, sichern muss um nicht weiter durch Konflikte um Meerengen im Indischen Ozean erpressbar zu sein. Schluss mit dem Irrsinn eines „green deal“ sondern klar definieren wo und was unsere strategischen Interessen sind – und diese auch entsprechend robust vertreten.
„Europa“ kann und sollte auch die auf seinem Territorium lagernden Öl- und Gasvorkommen militärisch sichern, aber nicht die zwischen Barentssee und Namibia, wenn da auch andere Anrainer ein Wort mitzureden haben.
Dass die US Regierung uns helfen will, bezweifle ich stark. Sie wollen damit mitverdienen, so lange Russland noch steht und sich wehrt. Ich bin nur nicht sicher ob Donny boy das mit seinen Leuten in Langley abgesprochen hat – 0siehaben dazu wohl ganz andere Ideen.
Haben Sie schon mal erlebt, dass jemand an einem Geschäft nicht verdienen will?
Ist Hilfe nur Hilfe, wenn der Helfer draufzahlt?
Ich kann nur staunen, wie der blinde Hass auf die Amerikaner bei manchen Leuten noch die grundlegendste Logik ausknipst.
Übrigens: Welche Besatzer haben den Besetzten nach 1945 Demokratie, Wirtschaftsaufschwung, Wohlstand und individuelle Freiheit gebracht? Und welche brachten Diktatur, Mangelwirtschaft, Denunziantentum und Mauerschützen?
Einfach mal die Fakten vor Augen halten, das lüftet die Propaganda- und Schwurbelschwaden in der Birne.
> Der Vertrag war Ende 2024 ausgelaufen, weil Kiew eine Verlängerung abgelehnt hatte.
Mittlerweile ist die Entität bankrott: >>>Der Ukraine fehlen im nächsten Jahr Milliarden<<<
Das sind die Pläne für 2027 – wenn in etlichen westlichen Ländern massiv demonstriert wird, vielleicht wird noch weniger nach Kiew geschickt? Mittlerweile akzeptiert kaum wer in Westeuropa diese Alimentierung.
Doch doch – Fritze, Uschi, Kaja, Tusk und andere Faschisten tun das doch sehr gerne.
Stimmt. Aber über den Umweg USA. Damit wandert dann die EU-Knete dirket in US-Taschen.
Wenn in Brüssel Ideologie und irrationaler Russenhass über wirtschaftlichen Interessen stehen, machen die Amerikaner halt das Geschäft. Es sei denn, unsere Granden setzen die USA auch auf die Sanktionsliste.
In Niedersachsen gibt es Gas-Vorkommen für ca. 15 Jahre. Um diese zu bergen, müsste man die Grünen abwählen, die die CO2-freien und abgeschriebenen AKWs abgeschaltet und zerstört haben. In der Zwischenzeit müssten neue moderne AKWs errichtet und eine diversifizierte Energieversorung aufgebaut werden. Dass der Trump-Clan keine Gelegenheit ausläßt, um privat an den aktuellen Kriesen zu verdienen, hat sich ja allmählich rumgesprochen. Dass die EU das nicht unterstützen möchte, ist nachvollziehbar, allerdings hat sie ihren Teil zur Energiekrise beigetragen. Moral- und Doppelmoralpolitik an nüchterner Vernunft vorbei ist eben nie „nachhaltig“, dafür teuer für den Steuerzahler.
Ähnliches auch hier in Österreich: im Gasfeld Herrenbaumgarten lagert Gas, dass Österreich für 30 Jahre versorgen könnte.
Danke für die Info. Ich hätte mir gewünscht, dass A in diesem Punkt mal wieder vernünftiger ist als D.
Es gibt nur einen Grund: Die Kollonie Europa noch besser nutzen und noch mehr Geld an ihr verdienen.
Das merkt hier doch kaum eine. Meiste sind schon erschöpft, nachdem sie festgestellt haben, was ihre Regierung vor hat.
Das ist das Problem. Mal wieder wird auf dem Rücken der Deutschen hier ohne Ende Kohle gemacht und die deutsche Mittelschicht geschröpft.
So verlockend das Angebot auch klingt: Kein Russen-Gas solange der Ami daran mitverdient.
Aber den Verrätern in Brüssel und Berlin ist das natürlich egal, weil sie sowieso vom CIA korrumpiert sind.
Im Unterschied zu vorher will Trump den Gashahn für Europa amerikanisieren. Das kommt einer Billionen-Gelddruckmaschine gleich. Europa sollte sich keinesfalls auf diesen Deal einlassen, selbst wenn Washington von diesem Deal US-Militärhilfe abhängig macht.
So oder so zeigt sich nun, wie sinnlos und dumm die Beendigung der Gaslieferungen waren – nun machen Russland und USA „halbe-halbe“. Was Deutschland braucht ist ein neuer Gerhard Schröder.
Nach den ersten paar 1000 Kältetoten ergeben sich ganz andere Entscheidungsgrundlagen. Sie werden schon sehen.
Merkel hat Deutschland und den Deutschen nicht gut getan.