Trumps Mann für die Führung der UN: Viktor Orbán

Die Trump-Regierung plant, den früheren ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán als nächsten Generalsekretär der Vereinten Nationen zu positionieren – und zwar als gemeinsamen Kandidaten der USA, Russlands und Chinas.

Donald Trump mit Viktor Orbán in Washington. IMAGO / Newscom / AdMedia
Donald Trump mit Viktor Orbán in Washington.

Hochrangige Mitglieder der US-Administration hätten Viktor Orbán den Vorschlag unterbreitet und ihn ermutigt, sich zu bewerben, berichtet das Wall Street Journal. Der 63-jährige Ex-Ministerpräsident habe durchaus Interesse gezeigt, eine endgültige Entscheidung aber noch nicht getroffen. Washington geht nach früheren Gesprächen davon aus, dass Moskau und Peking ebenfalls hinter ihm stünden. Wenn die drei Vetomächte im Sicherheitsrat dasselbe Ergebnis anstreben, setzen sie es in der Regel durch.

Viktor Orbán war von 2010 bis zu seiner Abwahl im April 2026 Ministerpräsident Ungarns – insgesamt 16 Jahre lang. Das ist die längste Amtszeit eines Regierungschefs in der Geschichte des Landes seit dem Systemwechsel. Zuvor hatte er das Amt bereits von 1998 bis 2002 inne. In diesen Jahren setzte er in Ungarn eine harte Anti-Zuwanderungspolitik durch und geriet auch damit immer wieder in Konflikt mit der EU-Kommission. Er stärkte die Kontrolle über Justiz und Medien und pflegte enge Beziehungen zu China und Russland. Genau diese Haltung macht ihn für Teile der Trump-Administration attraktiv. Ein US-Beamter nannte ihn den „Traumkandidaten der MAGA-Konservativen“ – eben wegen seines entschiedenen Kurses gegen Masseneinwanderung, gegen liberale NGOs und gegen linke Machtzentren in Justiz und Medien.

Orbán will nur bei sicherem Sieg antreten

In internen US-Diskussionen sei immer wieder nach „jemandem wie Orbán“ für die Führung der UN gesucht worden. Chinesische und russische Gesprächspartner hätten dieser Linie zugestimmt. Daraufhin sei man direkt auf ihn zugegangen. Orbán äußerte aber Vorbehalte: Als nationalistischer Politiker sehe er sich nicht automatisch in der Rolle eines globalen Vermittlers. Zudem wolle er nur antreten, wenn ein Sieg realistisch sei. Er selbst kommentierte den Bericht im Wall Street Journal jedoch nicht. Donald Trump und Vizepräsident JD Vance, die ihm auch im ungarischen Wahlkampf geholfen haben, würden ihn bei einer Kandidatur mit Sicherheit unterstützen. Eine offizielle Ankündigung werde voraussichtlich erst nach den Midterms erfolgen.

Ungarn
Péter Magyar bekommt die Medienlandschaft, von der Orbán träumte
Die aktuelle Situation im Sicherheitsrat wäre aus der Sicht der Trump-Administration günstig: Acht der 15 Mitglieder würden ziemlich sicher hinter Viktor Orbán stehen, bis zu zehn Stimmen seien möglich. Öffentliche Zusagen gibt es allerdings nicht. Entscheidend bleibt die Haltung Großbritanniens und Frankreichs. Beide Nationen besitzen als ständige Mitglieder Vetorecht. Im aktuellen Bericht des Wall Street Journals wird angedeutet, sie könnten von einem Veto absehen, wenn die Mehrheit und die anderen drei ständigen Mitglieder den Kandidaten mittragen. Offizielle Stellungnahmen aus London oder Paris liegen dazu aber bisher nicht vor.

Unter den bisherigen Kandidaten hätte die emiratische Diplomatin Lana Nusseibeh gute Chancen: Sie stieg in der Vorwoche in das Rennen um den UN-Vorsitz ein und soll am morgigen Dienstag vor dem Sicherheitsrat befragt werden. Die Amtszeit des amtierenden Generalsekretärs António Guterres endet am 31. Dezember.

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Kommentare ( 36 )

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36 Comments
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albert deutsch
1 Stunde her

Infantino ,Rutte ,Selenskyi ,Merz auch nicht unbedingt Traumbesetzungen . An einen Nachfolger das Herren Steinmeier gar nicht zu denken .

Ombudsmann Wohlgemut
4 Stunden her

Ein Traum, aber Woke-FR und Woke-GB legen dann Veto ein, nicht nur wegen seiner EU-Haltung, sondern allein wegen der Tatsache, dass er ein alter weißer Mann ist.

Ludwig von Gerlach
4 Stunden her

Auch unter orangen Haaren entstehen hin und wieder geniale Gedanken. Ein deutlicheres Zeichen gegen die Weltherrschaft des Wokismus ließe sich kaum setzen. Und Trump kann ggf. noch ein paar Wähler mit der Ankündigung locken, dass die USA bei einem Generalsekretär Orban ggf. wieder bereit wären, den VN einige Dollarchen mehr zu spendieren.

Kassandra
2 Stunden her
Antworten an  Ludwig von Gerlach

Ohne den ersten Satz hätten ich Ihnen einen Daumen hoch gegeben.
Wie kommt es, dass Sie so was schreiben?

ceterum censeo
5 Stunden her

Orbán als nächster Generalsekretär der Vereinten Nationen? Es wäre der Albtraum von Flinten-Uschi. Also gut!

Deutscher
6 Stunden her

Meinen Segen hat er.

GMNW
6 Stunden her

Da Merkel schon wieder nicht den Friedensnobelpreis bekommen hat, sollte diese famose Dame doch den Fußstapfen vom Annalenchen folgen und sich für das UN-Generalsekretariat bewerben.
Immerhin hat die Dame Merkel schon als langjährige und bestens geschulte FDJ- Sekretärin in der DDR beste Erfahrungen sammeln können!

Schwabenwilli
4 Stunden her
Antworten an  GMNW

Frau Merkel, wenn sie alle ihre Orden angelegt hat, erinnert mittlerweile eher an einen Weihnachtsbaum oder einen verdienen DDR Funktionär, die waren auch über und über mit Lametta behängt.

Kassandra
1 Stunde her
Antworten an  Schwabenwilli

Sie kann nicht englisch. Oder kann sie?
Außerdem zweifelt sie an eigenen Taten – wobei unklar bleiben muss, über was ihr tatsächlich in Zweifel gerät.
Die Frau auf dem Bild, die sich so gar nicht mehr ähnlich sieht sagt jetzt, dass wir „es“ vielleicht doch nicht schaffen.
Wahrscheinlich hat diesmal wieder niemand nachgefragt, was sie mit „es“ meint“?    https://www.welt.de/politik/deutschland/plus6abba42c2660ba1a21b0669a/angela-merkel-dann-werden-wir-es-vielleicht-nicht-schaffen-sagt-die-alt-kanzlerin.html

Waldschrat
6 Stunden her

Das ist eher ein Gedankenspiel, dem man sich öffnen kann. Orban wäre nicht der schlechteste Kandidat. Die Frage ist, wessen Marionette er dann ist oder ob er sich neutral durchsetzen kann, will und wird.

Andres
5 Stunden her
Antworten an  Waldschrat

Hauptsache es kommt nicht wieder eine Marionette der woken Kommunisten auf den Posten.

Koepenicker
6 Stunden her

Jahrelang war die UNO für TE das rote Tuch: Ein „woke durchseuchter Apparat“, eine „ideologische Brutstätte für Globalismus“ und mit dem Migrationspakt ein Frontalangriff auf unsere Souveränität. Guterres‘ Predigten wurden als wirkungslose „himmlische Wünsche“ verspottet, die UN als zahnloser Tiger abgetan. Und heute? Kaum wedelt Trump mit der Personalie Viktor Orbán, mutiert das „Bürokratie-Monster“ plötzlich zum hocheffizienten Werkzeug realpolitischer Gestaltung. Wenn die drei Vetomächte ihren Kandidaten durchdrücken, ist das auf einmal kein „undemokratischer Oktroi“ mehr, sondern ein „machtpolitisches Meisterstück“. Bei aller Sympathie für Orbáns harten Kurs gegen Masseneinwanderung und die NGO-Kamarilla: Wer die UNO gestern noch als „unheilbares Geschwür des… Mehr

pcn
5 Stunden her
Antworten an  Koepenicker

Ja, was Sie sagen ist sicherlich bedenkenswert! Man kann es auch so sehen: Die UNO war bislang wirklich nur ein institutionelles, „globalistisches Projekt“, das genau wie die EU mit Skepsis zu betrachten ist. Um es moderat zu beschreiben. Gleichzeitig, um auch die Allmachtsphantasien der WHO zu dämpfen? Wie wäre es, wenn Orban für eine Reform einträte, die die UN zu einem nützlichen Forum für Frieden und gegenseitiger Verständigung der weltpolitischen Klasse machte? Wäre sicherlich auch bedenkenswert, meine ich. Eine durchaus ambitionierte Aufgabe, die sich Viktor Orban stellen müsste. Die Frage ist, schaffte er das?

Last edited 5 Stunden her by pcn
ralf12
6 Stunden her

Orban ist der richtige Mann, der eventuell in der Lage ist, die UNO wieder zu dem zu machen, wofür sie gegründet wurde.

moselbaer
6 Stunden her

Das wäre ein Traum!