Klarer Sieg der oppositionellen „Studentska lista – Studenti pobeđuju“ (Studentenliste – Studenten siegen) bei den vorgezogenen Wahlen in Serbien: Der langjährige starke Mann des Landes, Aleksandar Vučić, bestätigte am Sonntagabend die Niederlage.
picture alliance / AP Photo/Petr David Josek | Petr David Josek
Jubel auf den Straßen und Plätzen Belgrads, zehntausende junge Serben feierten in der Nacht auf heute den Sieg ihrer Studenten-Liste: Alexander Vučić (56) hat die Wahl verloren, die Studentenliste wird zwischen 135 und 140 der 250 Mandate im Parlament gewinnen – genug für eine absolute Mehrheit und die alleinige Regierungsbildung.
Die Liste „Aleksandar Vučić – Ujedinjena Srbija“ kommt auf etwa 105 Sitze. „Es ist klar, dass wir diese Wahlen verloren haben“, sagte Alexander Vučić. Seine Abgeordneten würden die Konstituierung des neuen Parlaments nicht blockieren. Und er sagt: „In sechs Monaten werden Sie sehen, niemand wird mehr glücklich und fröhlich sein.“
Die Wahlbeteiligung war rekordverdächtig: CRTA meldete um 19 Uhr – eine Stunde vor Schließung der Lokale – 67,8 Prozent, deutlich über den 58,8 Prozent der Wahl im Dezember 2023. Die endgültige Beteiligung dürfte nahe 70 Prozent liegen.
Die Wahl galt weithin als Referendum über Vučićs Regierungsarbeit: Seit 2012 bestimmte er in wechselnden Rollen die Politik des Landes im Alleingang. Ende September war er als Staatspräsident zurückgetreten, um im Falle eines Wahlsiegs Ministerpräsident zu werden. Kritiker warfen ihm seit Jahren Korruption, Vetternwirtschaft und Verbindungen zur organisierten Kriminalität vor, der Demokratieabbau hatte den EU-Beitrittsprozess seit 2014 weitgehend zum Stillstand gebracht.
Ein Kardiologe ist der neue starke Mann
Die nun siegreiche Studentenliste entstand aus den Massenprotesten nach dem Einsturz des Bahnhofsvordachs in Novi Sad am 1. November 2024, bei dem 16 Menschen starben. Kritiker machten Korruption und Schlamperei bei öffentlichen Bauvorhaben dafür verantwortlich. Die von Studenten angeführten Proteste mobilisierten breite Bevölkerungsschichten und forderten frühzeitige Wahlen. Die Liste selbst enthält nahezu keine Studenten. Sie wurde von einer basisdemokratischen Bewegung ohne klassische Führungsgremien aufgestellt; Entscheidungen fielen in Plenumssitzungen. Die 250 Kandidaten sind vor allem Universitätslehrkräfte, Ärzte, Künstler, Aktivisten und Fachleute.
Spitzenkandidat ist der angesehene Kardiologe und Professor Ilija Srdanović aus Novi Sad. Das Parteiprogramm verspricht die Wiederherstellung von Rechtsstaat und Demokratie, die Verfolgung von Korruption und Kriminalität sowie die Stärkung unabhängiger Institutionen. Srdanović erklärte nach dem Sieg, „heute Nacht hat Serbien gewonnen“. Er sei stolz auf die Menschen, die sich gegen Tyrannei erhoben hätten.
Verdacht des Stimmenkaufs
CRTA berichtete vor der Wahl von mutmaßlichem Stimmenkauf und Wählereinschüchterung im ganzen Land. In fast der Hälfte der beobachteten Wahllokale seien Stimmzettel fotografiert worden; es gab Berichte über Angriffe auf Wahlbeobachter und Journalisten.
Am Wahlabend war das dann aber nicht mehr das Thema, die Freude der jungen Serben war gewaltig: In Belgrad brachen Jubelstürme aus. Zehntausende Menschen zogen durch die Straßen, es gab Feuerwerke, und vor allem junge Menschen feierten ausgelassen auf vielen Plätzen.
Offiziell müssen die Ergebnisse noch von der Republikanischen Wahlkommission (RIK) bestätigt werden. Die Studentenliste hat angekündigt, eine Expertenregierung bilden zu wollen. Ob und wie schnell der Machtwechsel vollzogen wird und welche Auswirkungen er auf den EU-Beitrittsprozess und die Beziehungen zu Nachbarländern hat, wird sich in den kommenden Wochen zeigen. Für viele Serben markiert der Abend den möglichen Beginn einer neuen politischen Ära nach mehr als einem Jahrzehnt mit Vučić.


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Ich muß mit bedauern feststellen, daß ein großer Teil der hier aktiven sogenannten Kommentatoren von Tuten und Blasen zum Thema weniger weiß, als die Eskimos auf den Galapagosinseln.
Gift und Galle spucken aber null inhaltliche Substanz oder ein Hauch von Sachkenntnis. Ich erspar mir die Einzelheiten 🤔 … Ist Sinnlos!
Wenn ich schon Studentenliste lese ist klar, wer dahinter steckt. Und Korruption wird in Berlin, Paris und Brüssel ganz groß geschrieben. Die Serben werden sich noch wundern.
Nicht unbedingt ein Sieg für die EUdSSR: >>>Serbien: Warum der Sieg der Studentenliste mehr ist als ein „Regime-Change“<<< > „… Ist der Wahlsieg der serbischen Studentenliste ein großer Erfolg Brüssels? Auch wenn Ursula von der Leyen jubelt, greift diese Lesart zu kurz und übersieht wesentliche Besonderheiten Serbiens und Aleksandar Vučićs. Serbien hat seine Souveränität (noch) nicht aufgegeben …“ Vor allem sollten sich rächte Kräfte mehr disziplinieren – Korruption und Parteibuch-Wirtschaft gab es in Serbien laut Artikel sehr wohl. > „… Auch wenn er von von der Leyen und Co. als „Autokrat“ dargestellt wurde, konnte die EU immer wieder ihre Interessen… Mehr
Die EU und Ungarn haben ja schon volle Unterstützung versprochen! Na ja, was mit Deren Hilfe wohl dann rauskommt? Man darf gespannt sein bzw. Nutzer von Eigenverstand können das Endergebnis bereits vorhersehen! Man darf den Serben gratulieren – sie haben sich soeben als Hauptmahlzeit der EU in Stellung gebracht.
„Studentenliste“ ohne Studenten?
Ist das wie die „Schülerproteste“ in Frankreich, bei denen ja auch keine Shüler sdein sollen?
Da regiert einer seit Jahrzehnten und man beschwert sich über Korruption… ich verstehe nicht wieso sämtliche Systeme in Europa den selben konstruktiven Schwachsinn erliegen in dem Politclowns endlos kandidieren dürfen…
Man könnte all diese Filz und Mief verhindern indem man die Kandidatur auf 2 ZWEI Legislaturperioden begrenzt! Punkt aus! Und dann nicht wie anfangs in Russland… das man dann solche Mätzchen mit Medwed machen musste sondern so wie in den Staaten… 2x und ENDE!
Schon sinkt die Korruption und der Filz dramatisch!
Franklin D. Roosevelt regierte ,die Staaten ,von 1933 bis zu seinem Tod im April 1945 .Trump hofft auf Ähnliches .
Auch hier sieht man wieder das linksfaschistoide Gedankengut! Was halt 90% aller Linken innewohnt!
Man bezeichnet frech und dreist die Vorgängerregierung als Tyrannei!
Menschen die so etwas über ihre Vorgänger sagen, kann man nicht ernst nehmen, denn sie benutzen faschistoide Praktiken!
Der Abgewählte konservative Politiker gratuliert brav (genau wie Orban) und tritt OHNE Mätzchen ab! So etwas ist für Linke Faschisten undenkbar! Man sieht es in SA wo die Linksfaschisten sich aufführen als wären nur sie demokratische Teilhaber!
Es ist schon bezeichnend, wie sich so viele jungen Bewegungen in diversen Ländern auf den Popanz „Europa“ verlassen und nicht erkennen, dass es ein „zersplitternder Rohrstab ist, der jedem, der sich darauf stützt, durch die Hand fährt“ (Zitat Bibel). Und was ist Brüssel anders als so ein krankes, dürftiges Gebilde? Die nächsten Jahre werden es mit Gewissheit zeigen.
Interessant wäre es zu erfahren, welche Seite die Wahl manipulieren wollte bzw. es tatsächlich gemacht hat.
Lassen Sie uns beobachten, ob das universitätselitäre Serbien nun Milei nacheifert … oder doch lieber Enver Hodscha, Pol Pot, Stalin, Mao oder den Kims.
Wenn man die Reaktion der EU auf Wahlen beobachtet, weiß man in welche Richtung es gehen wird.
Richtung NATO natürlich, um Russland weiter provozieren zu können – eine unendliche Geschichte.
Wer seinen Vorgänger als Tyrann bezeichnet zeigt schon welchen Weg er gehen wird! Es wird niemals der von Milei sein!