Hacker haben die Kühlanlagen Hunderter französischer Supermärkte ferngesteuert auf bis zu 50 Grad Celsius hochgefahren. Durch den Cyberangriff wurde die Lebensmittelversorgung eines ganzen Landes gefährdet, es kam auch zu Bränden.
IMAGO / MAXPPP
Die Pariser Staatsanwaltschaft bestätigte am Montag eine Untersuchung zu einem groß angelegten Angriff auf die vernetzten Kühlanlagen mehrerer großer Lebensmittelhändler in ganz Frankreich, der zu gewaltigen Verlusten an Lebensmitteln geführt hat.
Besonders stark betroffen sind die Ketten Intermarché (Les Mousquetaires) und Coopérative U (Système U). Nach Angaben der Gruppen sind bei Intermarché und der Tochter Netto zwischen 150 und 300 Filialen getroffen; bei Coopérative U waren es 100 Standorte. Carrefour meldete 80 betroffene Supermärkte von insgesamt 6000, Monoprix etwa fünf Prozent seiner knapp 490 französischen Filialen. Auch E.Leclerc bestätigte Angriffe auf mehrere Märkte. Ein Sprecher von Les Mousquetaires erklärte gegenüber der Zeitung Le Figaro, die Kühlschränke seien sechs Stunden lang auf 50 Grad aufgeheizt worden, alle darin gelagerten Lebensmittel mussten zur Vermeidung gesundheitlicher Risiken entsorgt werden.
Der Cyber-Analyst Félix Aimé von Sekoia nannte Spanien, Portugal, Polen, Deutschland und Belgien als weitere mögliche Ziele. Der französische Einzelhandelsverband Fédération du Commerce et de la Distribution forderte „volle Transparenz“ von dem betroffenen dänischen Hersteller Danfoss.
Cyber-Kriminelle nutzten Internet-Verbindung
Die Kühlanlagen in den Supermärkten werden von zentralen Steuergeräten gesteuert, die die gesamte Kühltechnik eines Marktes verwalten und meist über das Internet erreichbar sind. Wartungsfirmen können so aus der Ferne Einstellungen vornehmen. Die Hacker nutzten offenbar eine Schwachstelle in Software von Danfoss (unter anderem in älteren Versionen der AK-SM-800-Serie): Sie lösten einen forcierten Abtauvorgang aus und setzten die Temperaturvorgaben auf bis zu 50 Grad. Danfoss bestätigte, von den Angriffen in Frankreich zu wissen. Die betroffenen Geräte liefen mit einer veralteten Technik. Das Unternehmen betonte, Kunden seit Langem dazu aufgerufen zu haben, unterstützte Systeme aktuell zu halten und veraltete Anlagen zu modernisieren.
Erste Warnung vor zwei Monaten
Bereits im August hatte das Sicherheitsunternehmen Claroty (Team82) Schwachstellen im Danfoss-AK-SM-800A-Controller veröffentlicht. Updates sollten unter anderem Authentifizierungsprobleme und die Möglichkeit zur Code-Ausführung beheben.
Dominique Schelcher, CEO von Coopérative U, bezeichnete den Angriff auf X als „beispiellos“: „Geräte zu manipulieren, die für die Konservierung frischer Produkte und die Lebensmittelversorgung der Franzosen essenziell sind, ist inakzeptabel.“ Intermarché-CEO Thierry Cotillard schätzte die Verluste gegenüber BFM TV auf „zig Millionen Euro landesweit an einem einzigen Tag“. In einzelnen Filialen im Elsass (etwa Haguenau) summierten sich die Schäden bereits auf Hunderttausende Euro.
Tausende Kunden standen jedenfalls vor leeren Kühlregalen – und sahen eine Demonstration davon, wie Cyber-Kriminelle eine ganze Nation ängstigen können.



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Wenn ich sehe, wie durch die Chefetage des Unternehmens, für das ich aktuell tätig bin, das Thema KI als Allheilmittel für alles und als Garant für Kostenreduzierung propagiert wird, ohne die tatsächlichen Kernprobleme anzugehen, wird mir ganz schwummerig.
Wie die kleinen Kinder kurz vor Weihnachten in der Spielwarenabteilung.
Heute waren es Tiefkühlschränke in französischen Supermärkten, morgen vielleicht die Trinkwasserversorgung einer Stadt – Vernetzung über das Internet ist strukturell unschützbar unsicher, oder?
Für mich sind diese Angriffe deutliche Warnungen. Was nicht zwingend online sein muss, darf auch nicht online sein oder werden. Wir müssen umdenken und dürfen nicht gutgläubig sein. Hier die Tiefkühlprodukte in franz. Supermärkten und vor kurzem die Wechselrichter in einer China Cloud. Damit hätte man einen europaweiten Blackout verursachen können! Aus der Google-Suche: Im August 2026 wurde eine kritische Sicherheitslücke in der Cloud-Plattform des chinesischen Wechselrichter-Herstellers Sungrow durch den deutschen Softwareentwickler Marlon Starkloff entdeckt und öffentlich gemacht. [1, 2] Kernfakten zum Vorfall Umfang: Betroffen war die Cloud-Infrastruktur (iSolarCloud) von Sungrow, über die Hunderttausende Solaranlagen und Wechselrichter in Deutschland und… Mehr
Warum müssen Kühlschränke vernetzt und warum übers Internet fernsteuerbar sein? Dafür gibt es keinen Grund. Außer man will Hackern und Saboteuren einen Zugriff ermöglichen. Wenn man will, kann man die Kühlgeräte eines Ladens an eine zentrale Bedieneinheit im Laden anschließen, Intranet ohne Zugang von außen. Man kann auch noch die Isttemperatur ins Netz stellen, aber ohne Eingriffsmöglichkeit von außen. Aber wir sind so modern, alles ist smart (wie damals Maxwell Smart der Superagent), alles kann von überall bedient werden, wozu brauchen wir Sabotagesicherheit?
Aber dazu müßte doch jemand 5 Minuten Arbeitszeit direkt vor Ort aufwenden. Und was das kostet …
Zu dieser Erscheinung braucht es im „besten Deutschland aller Zeiten“ oft keines Cyberangriffes. Vielmehr reichen Unterbrechungen der realen Lieferketten bzw. des regelmäßigen, mehrtägigen Ausfalls der Kühlregale aus, insbesondere in der warmen Jahreszeit.
Mir erschließt sich der Nutzen nicht, Kühlschränke per Internet steuern zu können, wenn man doch Vorort sein muss, um zu sehen, wie, bzw. in wie weit diese Kühlschränke belegt bzw. in Benutzung sind.
Ist halt angesagt – mit allen dazugehörigen Risiken: >>>Internet der Dinge – Wikipedia<<< Hoffentlich hängen nicht auch noch US-Nuklearwaffen am Internet.
Mag sein, dass die Kühlschränke alle über das Internet miteinander vernetzt sind und man per Hack abstellen kann. Wie aber kann es sein, dass man Kühlschränke auf 50 Grad aufheizen kann?
Schellabtaufunktion
Wir wissen, der Russe wars. Gähn..
Es braucht keine bösartige KI oder den Atomkrieg – der Digitalisierungsfimmel ist unser Sargnagel. Versorgung, Energie, Gesundheitswesen, Behörden – das gesamte Gemeinwesen kann zusammenbrechen. Wer fragt dann nach den Arbeitskräften, die durch Digitalisierung eingespart wurden, nach schnelleren Abläufen oder effektiveren Prozessen? Was nützt „Smart Home“, wenn kein Strom da ist? Schuster, kehre zu deinen Leisten zurück!
Köstlich – und hierzulande nässen sich einige wegen angeblich russischer Sabotageakte ein. Die wahren Gefahren für unsere Lebensweise lauern ganz woanders.
Es wird nicht lange dauern, bis Sie von Fritz & Co. von „ausländischen Mächten“ und „mutmaßlich russischen Agenten“ hören werden. Jede Wette!