Erneute Eskalation in Nahost – damit droht der nächste Preisschock

Alarmsignal für die Golf-Region: Alle amerikanischen Botschaftsmitarbeiter müssen Saudi-Arabien und weitere Länder verlassen. Es drohen offenbar weitere Bombardements und Raketenangriffe.

B-52 Stratofortress der US-Luftstreitkräfte. picture alliance/AP Photo | Senior Airman Keifer Bowes
B-52 Stratofortress der US-Luftstreitkräfte.

Die Vereinigten Staaten haben angesichts einer weiteren dramatischen Zuspitzung der Lage in der Golfregion die Ausreise der Botschaftsmitarbeiter und ihrer Familien aus Saudi-Arabien angeordnet. Der Sprecher des US-Außenministeriums Tommy Pigott bestätigte über die Plattform X eine sogenannte „ordered departure“ für nicht in Notfällen tätiges Personal und Angehörige in Saudi-Arabien. Als Begründung nannte er die zunehmenden Angriffe der iranisch unterstützten Huthi-Miliz aus dem Jemen auf zivile Ziele, darunter Flughäfen und kritische Infrastruktur, die bereits zu Todesopfern und umfassenden Reiseunterbrechungen geführt haben.

„Ordered departure“

Andere Missionen in der Region passen ihren Personalbestand unter dem Status eingeschränkter Operationen an, ohne eine vollständige verpflichtende Evakuierung zu verhängen. Eine „ordered departure“ geht nach den Regeln des State Department über die freiwillige Abreise hinaus und ist für die erfassten Personen verbindlich, eine komplette Schließung einer Botschaft ist damit aber nicht angeordnet.

Gegen Israel ist keine Option
Was die Nachbarn des Iran tun, entscheidet in Nahost
Der Abzug des Botschaftspersonal könnte nun aber auch bedeuten, dass eine weitere Eskalation des Krieges gegen den Iran und gegen die Huthi-Milizen mit Bombardements und Marschflugkörpern der US-Streitkräfte kurz bevorsteht: Saudi-Arabien wird schon seit Wochen nahezu täglich von Raketen und Drohnen der Huthi angegriffen. Besonders schwer traf es Mitte Oktober den internationalen Flughafen King Khalid in Riad: Bei einem Angriff am 10. Oktober starben 13 Menschen, darunter war auch ein US-Bürger, mehr als 300 Personen wurden verletzt, Teile des Flughafens wurden beschädigt und der Betrieb zeitweise eingestellt. Am 21. Oktober töteten Trümmer einer abgefangenen Drohne zwei ausländische Arbeiter (einen Nepalesen und einen Filipino) in der Nähe des Aramco-Ölfeldes Shaybah in der Eastern Province; weitere Personen wurden verletzt. Auch der Flughafen in Dammam wurde erneut angegriffen. Die Huthi haben wiederholt erklärt, saudische Flughäfen und Energieanlagen als legitime Ziele zu betrachten, und sie warnten internationale Airlines vor Flügen in das Königreich.

Diese Entwicklung ist eng mit dem größeren regionalen Konflikt verknüpft, der im späten Februar 2026 mit dem US-israelischen Krieg gegen den Iran begann: Die Huthi, die weite Teile des Nordjemens kontrollieren und seit 2015 gegen die international anerkannte Regierung und die von Saudi-Arabien geführte Koalition kämpfen, haben ihre Angriffe nach dem Scheitern von Friedensbemühungen massiv ausgeweitet.

Rohölpreise könnten weiter steigen

Für die globalen Energiemärkte ist die Entwicklung in Nahost ein deutliches Warnsignal. Saudi-Arabien ist einer der größten Ölexporteure der Welt, Angriffe auf Aramco-Anlagen – darunter das große Shaybah-Feld im Empty Quarter, Ansprüche auf Yanbu und die Aramco-Zentrale in Dhahran – sowie Störungen im Schiffsverkehr haben bereits einen geopolitischen Risikoaufschlag erzwungen. Mitte Oktober stieg der Brent-Rohölpreis zeitweise auf über 111 Dollar pro Barrel, das war ein Fünfmonatshoch. Weitere Treffer auf die Produktions- oder Exportinfrastruktur könnten den Preis weiter in die Höhe treiben. Und das riesige Land – Saudi-Arabien ist sechsmal so groß wie Deutschland – verfüge nicht über genügend Flugabwehrsysteme, um alle Flughäfen, Pipelines und Ölanlagen gleichzeitig zu schützen.

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Kommentare ( 26 )

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Bernd Schulze sen.
22 Stunden her

Die Saudis sind selber Schuld, statt Israel wegen die Überfälle auf Syrien, Irak, Libanon, Jordanien und dem Gaza zu verurteilen, versucht man ein auf lieb zu machen. Lässt mit den USA ein und schon steckt man in der Zwickmühle. Beten doch den selben an ob nun Sunniten oder Schiiten, wo ist das Problem, wir verstehen es nicht. Trifft doch zu, Geld verdirbt den Charakter. Jetzt da man ihre Geldquellen angreifen und die Gewinne schmälert ruft man nach Hilfe. Wehe wenn sie goldenen Paläste angreifen. Alles selbst gemachte Leiden mit Hilfe des Westens und der USA. Mal einfach ausgedrückt. Klar das… Mehr

Weltenwandler
1 Tag her

Ich habe auch Sachen in Erinnerung, vor Ort sozusagen, in 30 Jahren in Dubai. Das ewige „In-der-Luft-Hängen“ vieler palestinensischer Familien in unserer Kinder Schule ohne echte Staatsbürgerschaft. DIe allgemeine Lebensunsicherheit dieser Leute. Die ewige Sorge dieser Familien um ihre in Gaza oder der Westbank lebenden Verwandten. Die schwierige Ein- und Ausreise dort. Die Sanktionen gegen den Iraq in den 1990ern, die Hunderttausende von Kindern sterben ließ, weil einfachste Medizinen nicht vorhanden waren. DIe Tränen der Iraqer. Die Hilfssammlungen und Hilfsschmuggelei dorthin. Die Sanktionen gegen den Iran solange ich denken kann. Wollte immer nach Isfahan reisen, konnte nicht, weil ein Iranstempel… Mehr

Last edited 1 Tag her by Weltenwandler
November Man
1 Tag her

Trump und Netanjahu haben mit ihrem hinterhältigen Überfall auf den Iran im Nahen Osten die Büchse der Pandora geöffnet und die ganze Welt muss darunter leiden. So ist das wenn man die falschen Freunde hat.  

fluffy_bird
1 Tag her
Antworten an  November Man

Genau! So ein böser, hinterhältiger Überfall auf eine zutiefst friedliebende Nation, deren einziges Ziel war in Frieden und Harmonie mit anderen Menschen und mit ihrer eigenen Bevölkerung zu leben.

Habe ich dich da so richtig verstanden?

Haba Orwell
1 Tag her

Einige Hintergründe zum Nahost und mögliche Auswirkungen auf Westeuropa: >>>Anderweltonline.com: Welchen Anteil hat der Umgang mit Israel an den Krawallen in Europa?<<< > „… Die Frage muss gestellt werden, was der Auslöser für diese Wut ist. Es ist das Vorgehen Israels gegenüber den Palästinensern, denen einige prominente Politiker in Jerusalem das Menschsein und das Lebensrecht abgesprochen haben. Die hilflose Wut darüber, dass Israel Palästinenser vertreibt und ermordet und niemand es wagen darf, das zu kritisieren. Ich gehe davon aus, dass das Wutpotential erheblich geringer wäre, wenn die deutsche Regierung und die anderer Länder entschieden gegen die Völkerrechtsbrüche Israels vorgingen. …“… Mehr

Ornhorst
1 Tag her
Antworten an  Haba Orwell

Ich habe die Sache anders in Erinnerung. Die Bemühungen von Carter zur Lösung des Israel-Palästinenser-Konfliktes, in den die palästinensischen Terroristen immer wieder Unbeteiligte hineingezogen hatten, Ausländer ermordet hatten, schlicht um den Konflikt zu internationalisieren, sind trotz eines tragfähigen Abkommens praktisch gescheitert. Der Grund ist eindeutig auf der Seite der Palästinenser zu finden, deren zwei Hauptgruppen sich immer weiter auseinanderdividiert haben und längst nicht mehr mit einer Stimme entschieden hatten. Der Iran ist dabei ein Hauptunterstützer, um die Feindschaft zu Israel aus rein islamisch-ideologischen Gründen zu befeuern. Sollte Israel auch nur einen dieser militärischen Konflikte verlieren, Land von den Palästinensern erobert… Mehr

Haba Orwell
1 Tag her
Antworten an  Ornhorst

Carter-Zeit, das sind 1970er Jahre – das früher sogar freundschaftliche Verhältnis der Juden und Araber wurde immer schlechter, nachdem die Briten die Balfour-Deklaration anders den Juden und anders den Arabern dargestellt haben. (>>>Quelle<<<) Wie unter der verlinkten Quelle dargestellt, folgte weiteres angelsächsische Zündeln – bis >>>Nakba<<< 1947-1949. In der Carter-Zeit war alles längst hochgeschaukelt.

> In Bezug auf den US-Krieg gegen den Iran darf man Trumps „Ölmanie“ nicht vergessen.

Soll das irgend etwas entschuldigen? Hätte ich „Diamanten-Manie“, darf ich diese rauben und dabei beliebig morden?

Last edited 1 Tag her by Haba Orwell
Haba Orwell
1 Tag her

Die verheerenden Folgen der Kriege für Great Eretz sind schon jetzt überall in Westeuropa sichtbar. Böses Medium heute: „Dieselrechnung mit Folgen: Warum in Italien die Regale leer bleiben“.

jwe
1 Tag her

Was hat Trump dieser Krieg gebracht? Durch Dummheit hinter den Israelis in den Krieg rein getrampelt, hätte er ganz schnell die Sache stoppen müssen, als sichtbar war, dass die Iraner ihre Mullahs nicht zum Teufel jagen.
Jetzt ist die Situation absolut verfahren. Iran ist oben auf und kann seinen Terror gegen Westen mit auch hohen Energiepreisen fortsetzen. Und die USA sind hilflos. Ohne Gesichtsverlust geht da nix mehr. Der Iran diktiert zwischenzeitlich. Ein typischer USA-Krieg. Und dabei wollte Trump die Friedenstaube sein, alles futsch!

fluffy_bird
1 Tag her
Antworten an  jwe

Die USA haben am Anfang des Krieges ihre Kriegsziele offen kommuniziert. Ein Sturz des Regimes gehörte nicht zu den Kriegszielen, wenn es natürlich auch wünschenswert war. Die damals kommunizierten Kriegsziele sind praktisch alle erreicht.

Das Problem mit der Wahrnehmung des Krieges liegt schlicht und ergreifend, darin begründet, dass die allermeisten Menschen eben nicht wissen und sich nie informiert haben, was die eigentlichen Kriegsziele der USA waren.

Apfelmann
1 Tag her

Es müsste permanent Blockaden und Poteste vor den US-Botschaften geben. Dank Herrn Trump bezahlt der Michel immer höher Benzinpreise. Ein Trost ist nur dass Trump nicht wieder Präsident wird. Egal was nachkommt wird besser sein.

depa
1 Tag her
Antworten an  Apfelmann

Schlechter geht, auch in Amerika, immer. Ob es besser wird, bei der Auswahl in Amerika, sehr zweifelhaft.

fluffy_bird
1 Tag her
Antworten an  Apfelmann

Hohe Benzinpreise bezahlen wir Deutschen aufgrund des Staates. Denn Deutschland hat mit die niedrigsten Benzinkosten und Dieselkosten. Vor Steuern natürlich.

Die vorherrschende Problematik ist nicht die eines Ölmangels. Mitnichten. Die Problematik sind fehlende Raffineriekapazitäten. Ja, im Nahen Osten wurden durch den Iran und seine Proxyies Raffinerien zerstört. Dasselbe geschieht aber auch in Europa durch die Ukraine in Russland. Und es geschieht durch die EU und die deutsche Regierung, ganz ohne Kriegswaffen durch die schleichende Zerstörung der Raffinerieindustrie in Deutschland.

Heinrichg
1 Tag her

Der irre Kappenträger ist nicht zu bremsen. Gesteuert wird er wie alle US Präsidenten von der Rüstungsindustrie und dem Geld aus dem Hintergrund.

Memphrite
1 Tag her

Solange die Entsalzungsanlagen der Golfkalifate nicht direkt angegriffen werden, ist alles halb so schlimm. Sobald diese angegriffen werden, wars das mit all den „Familien-Diktatoren-Kalifaten“ wie Saudi-Arabien. Und ja die Jeminiten, die seit 2015 von Saudi-Arabien (mit Unterstützung des „Westens“) brutal angegriffen, ausgehungert und bombardiert wurden, haben alles Recht der Welt, Saudi-Arabien wieder in eine Wüste zu verwandeln. Es ist schon interessant zu sehen, wie jetzt sogar Frankreich und GB zur Hilfe von Saudi-Arabien eilen. Denn wenn dieser „Terrorstaat“ fällt, wars das mit der Weltwirtschaft. Ansonsten können die USA nochmal bombardieren und einige Zivilisten in Jemen und Iran töten aber Sie… Mehr

Dr.KoVo
1 Tag her

Auch im Iran wird offensichtlich unsere Freiheit verteidigt. Nach Hindukusch und Ukraine. Es ist gesichert klar, dass die Russen und der Iran gemeinsam (vielleicht auch mit China?) Bei uns einfallen wollen. Was wollen sie eigentlich hier holen?

jwe
1 Tag her
Antworten an  Dr.KoVo

Ich bin froh, dass der eigentlich Schuldige gefunden ist: PUTIN und „vielleicht auch China“. Da kann sich Trump aber bedanken, sonst wäre er noch in Verdacht geraten.