Thema „Pflege zu Hause“ bei Hart aber Fair. Die Sendung liefert dramatische Einblicke in ein Gesundheitssystem, das selbst pflegebedürftig erscheint. Und fragt: „Lässt die Politik Angehörige allein?“ Die bittere Antwort lautet: Ja. Unfreiwillig geliefert von Hendrik Streeck und Petra Köpping.
Screenprint: WDR / Hart aber Fair
Warum für die Regierung ausgerechnet der Drogenbeauftragte zum Thema häusliche Pflege sprechen soll, bleibt eines der großen Rätsel dieses Abends. Dass er jedoch, was Glaubwürdigkeit und argumentative Tiefe angeht, höchstselbst ein respektabler Pflegefall ist, stellt CDU-Mann Streeck zumindest eindrucksvoll unter Beweis. Er scheint einen Bachelor in Belanglosigkeit zu haben und einen Master in „Mir doch egal“.
Doktor Dürftig kann den ganzen Abend über im Grunde nur eine einzige Antwort geben, und die gibt er dann auch immerzu. Sie lautet in etwa: „Wir haben kein Geld. Früher hatten wir welches. Jetzt nicht mehr. Schade.“ Ihm zur Seite sitzt Petra Köpping, und sie macht keine bessere Figur. Die Gesundheitsministerin und stellvertretende Ministerpräsidentin aus Sachsen schwärmt unentwegt von ihrem Bundesland, feuert die üblichen, publikumswirksamen Dankessalven an die Pfegekräfte ab (Applaus, Applaus!) und ein paar läppische Betroffenheitsfloskeln für die geschilderten Schicksale.
Lissel geht an diesem Abend gleich mehrfach an die Decke. Vor allem, wenn Streeck sich mal wieder in Gemeinplätzen aalt oder – besonders dreist – geplante Einsparungen als Verbesserung verkaufen will.
Es gibt Themen, bei denen politische Sonntagsreden besonders schnell ihre Haltbarkeit verlieren. Die Pflege gehört dazu. Solange Menschen gesund sind, lässt sich über Eigenverantwortung, gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Zukunft des Sozialstaats trefflich philosophieren. Sobald aber der eigene Vater nicht mehr allein aufstehen kann, die Mutter ins Bett macht oder der Partner nicht mehr weiß, welcher Wochentag ist, zerplatzen Schwafler an der Realität.
Die Dokumentarfilmerin Katarina Schickling hat mit dem Buch „An deiner Seite bis zuletzt“ die häusliche Pflege sichtbar gemacht und den Betroffenen eine Stimme gegeben. Sie berichtet, vor welche Schwierigkeiten sie die Pflege ihre Mutter stellte. Welche Unterstützung es gibt und was man vergeblich sucht (zum Beispiel eine Datenbank für freie Kurzzeit-Pflegeplätze), habe sie erst während der Recherche zu ihrem Buch erfahren. Die betroffenen Angehörigen könnten diese Nachforschungen kaum leisten. Der bürokratische Aufwand mit Formularen und Anträgen überfordere sie, weil sie mit der Pflege schon genug belastet seien. Schickling glaubt, dass „die Politik darauf setzt, dass die einfach so erschöpft sind, dass sie gar keine Zeit haben, sich zu beschweren oder zu recherchieren, welche Unterstützung es genau gibt“.
Caren Miosga ist auch da. Sie hat eine Reportage produziert, die dem Talk vorausging. Und berichtet über ihre Mutter, die zwar noch nicht pflegebedürftig ist, aber wohl bald, oder auch nicht, man weiß es nicht. Aber als ausschlaggebendes Alibi für die Doku und den Talk kann Mutti immerhin gut herhalten. Miosga sagt so erhellende Sätze wie „Persönlich rückte es erst näher, als ich merkte: Es rückt näher.“
Moderations-Genie Klamroth kann solchen tautologischen Tinnef mindestens so gut. Als Lissel erzählt, dass ihr Mann nach einem vierwöchigen Heimaufenthalt plötzlich zehn Kilo weniger wog, weil die Pflegekräfte ihm nicht beim Essen geholfen hatten, fragt der Mann mit der Wollschaf-Friese bierernst: „Woran liegt das, dass er so stark abgenommen hatte?“ Handfläche trifft Stirn. Man kann sich gut vorstellen, wie bei ihm daheim wohl das Abendbrots-Geplapper aussieht, wenn sein Gspusi Luisa Neubauer mal wieder von einer Antifa-Klima-Nazi-Rassismus-Demo zurück ist. Oder von einem Südsee-Urlaub.
„Man ist sehr isoliert. Man existiert eigentlich gar nicht“, so beschreibt Lissel ihr Schicksal als pflegende Angehörige. Die Politik werde von Theoretikern gestaltet, nicht einmal in der Pflegekomission sei jemand aus der Praxis vertreten. Streeck holt das verbale Valium heraus: „Sie werden schon gesehen in der Politik“, flötet er. Und er selbst bekomme „enorm viele Zuschriften“, man sei bemüht, zu verbessern, „was in Jahrzehnten nicht gesehen wurde“. Lissel ruft erbost: „Aber Sie kürzen doch!“ Wer sich nun freut, dass etwas Leben in die Bude kommt, sieht sich getäuscht. Klamroth geht sofort dazwischen, gibt das Wort an die dröge Sächsin. Köpping erzählt brav, dass sie einmal im Jahr die pflegenden Angehörigen einlade. Leider kämen aber immer so wenige. Noch während sie dies ausspricht, dämmert ihr live der mögliche Grund: „Weil sie nicht kommen können“. Lissels Blick in diesem Moment spricht Bände.
Dilek Erusta arbeitet als Gemeindepflegerin in Berlin-Neukölln. Das geplante Pflegeneuordnungsgesetz (PNOG) sei „ein Sparpaket auf dem Rücken der pflegenden Angehörigen“, sagt sie. Soziale Unterstützung, ja sogar die Zeit für eigene Facharzttermine der pflegenden Angehörigen – alles bleibe auf der Strecke. Auch Lissel ist erbost: „Mir platzt grad der Kragen. Da sind nur Kürzungen für uns drin.“ Die Verzweiflung steht ihr ins Gesicht geschrieben: „Ich gehe auf’m Zahnfleisch wie so viele. Wo bleibt meine Prävention? Sie züchten ja im Endeffekt den nächsten Pflegefall.“
Streeck streicht die Segel. Und fühlt sich dabei gar nicht schlecht, denn sowohl die Schuld für Vergangenes als auch die Verantwortung für die Zukunft sieht er ausschließlich bei den anderen, niemals bei sich selbst: Für umfangreiche Verbesserungen sei einfach kein Geld da, sagt er. „In den Zehnerjahren gab es viel mehr Spielraum, da konnte man sich viel mehr leisten.“
Dann sein vielleicht ehrlichster Satz an diesem Abend: „Ich bin hier nicht der Fachmann, wie die Pflege neu strukturiert werden kann.“ Das werde eine Kommission erledigen, und die werde bereits im Januar liefern. Das sei sehr schnell. Er lächelt. Es scheint ihn alles überhaupt nur sehr peripher zu interessieren. Vielleicht denkt er an daheim, an seinen Ehemann, das Kind, das sie von einer Leihmutter haben austragen lassen. Man weiß es nicht. Man sieht nur einen weiteren Strandkorb-Politiker, der gute Miene zu jedem Spiel machen kann. Denn das ist sein Job. Denkt er.
Und das denkt er so offensichtlich, dass man ganz gepflegt (sic!) im Strahl erbrechen möchte.
Filmerin Schickling kritisiert die Strukturen: „Wir haben schon ganz schön viel Geld im System, wir müssen das nur anders verteilen.“ Im Moment seien die Betroffenen dazu gezwungen, sich irgendwie selbst zu helfen. Ergebnis: Von 890.000 Betreuungskräften sind rund 800.000 illegal Beschäftigte, zumeist aus dem Ausland. Köpping verurteilt das politiker-professionell – allerdings erst, nachdem sie mehrfach dazu aufgefordert werden musste: „Das ist nicht in Ordnung und das ist nicht gut. Punkt“, sagt sie und berichtet sogleich, dass sie sehr oft in Pflegeheimen sei. „Ich erfahre dort ‘ne große Zufriedenheit.“
Bittere Erkenntnis dieses Abends: Wenn Streeck und Köpping sprechen, bleibt die Mattscheibe immer dunkel. Auch wenn der Fernseher läuft.
In seinem Zuschauerforum sammelt der WDR haufenweise Verbitterung und Verdruss, Groll und Grimm ein. Mehr als 400 Kommentare, und das schon vor dem Ende der Sendung. Ein Zuschauer namens Oliver Gröne fasst es so zusammen (Fehler aus dem Original-Post übernommen, Anm. d.Red.): „Wir haben das größte Parlament der Welt, sind der größte Unterstützer der Ukraine, zusätzlich wird das Schloss Bellevue für 1 Milliarde Euro renoviert und das Bundeskanzleramt wird auch für knapp 1 Milliarde erweitert. Aber die Kosten der Pflege sind zu hoch wo liegen hier die Prioritäten der Politik? Nicht bei der Bevölkerung anscheinend.“





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Mit 80% beknackten ist kein Staat zu machen!
Täter diskutieren über die gemacht Probleme.
Wählt sie ab! Mehr gibt es dazu nicht mehr zu sagen.
Wir haben Geld für eine unsagbar teure Energiewende, um Leute die sich illegal im Land befinden mit teuren Wohnungen und „Bürgergeld“ zu versorgen, für Entwicklungshilfe, EU, WHO, UN … Jedes mal heißt es wir seien ein reiches Land, wenn diese Ausgaben „begründet“ werden. Nur wenn es um Pflege, Gesundheitsversorgung oder Rente geht, also alles was den Bürgern zugute kommt, oder wenn die Sprache auf Steuersenkungen kommt, also etwas mehr Reichtum für die Bürger statt für Politik die damit verschwenderisch umgeht, hört man den Spruch vom reichen Land nicht mehr. Geld ist also durchaus vorhanden, die Politik setzt nur seit Jahrzehnten… Mehr
Nachdem die fehlenden Mittel ein großes Thema in dieser Sendung waren. Wäre doch mal angebracht die Überalimentationen, Überversorgungen u.a.m. in unserem Land zum Thema zu machen. Einsparungen bei denen die so und so zu viel haben und den hart arbeitenden Menschen übermäßig auf der Tasche liegen wären doch möglich. Es ist genug Geld vorhanden, Es wird nur völlig falsch verteilt. In der Sendung waren von 7 Leuten 4 dabei die auf Steuerzahlerknete oder Zwangsgebühren durchs Leben segeln. Die sind von dieser Falschverteilung betroffen und müßten kräftig abgeben.
Anstatt unsere Alten, die dieses Land aufgebaut haben und nicht die Türken, ordentlich zu betreuen und zu pflegen, pflegen deutsche linke Politiker lieber die Korruptionskassen von Selensky. Ja, es ist eine furchtbare Schande wie es in der deutschen Pflege schon seit Jahren läuft. Die deutsche linke Bundesregierung hat seit Beginn des Krieges in der Ukraine zivile Unterstützung für die Ukraine in Höhe von mehr als 43,3 Milliarden Euro gezahlt. Geld das wir in der Krankenversicherung und der Pflegeversicherung dringend brauchen könnten. Deutschland steht fest an der Seite der Leute in der Ukraine aber nicht zu seinen eigenen Bürgern.
Ich bewundere die, die sich ohne Wutanfall mit Fernseher-raus- aus- dem Fenster diese ganze Sch… noch bis zum Abspann zumuten können…..das ist erstaunlicher als Durchhalten Stalingrad 10. Januar 1943 bei 43 ° minus.
Und kein Wort zu den Ursachen wachsender Pflegebedürftigkeit? Was machen die Menschen falsch? Was macht unser Gesundheitssystem falsch? Verdient wird an Krankheit und Pflege. Gesunde und vitale Alte bringen diesem System keinen Gewinn. Trotzdem steht es vor der Pleite – und das ist auch gut so.
Nicht zu vergessen, die mohammedanischen GmbH´s, die in DE, Altersheime und Orthopädiegeschäfte betreiben und so ihr Drogengeld waschen. Die Kranken- und Pflegekasse zahlt pünktlich zum Quartalsende – ohne geschäftliches Risiko.
Ach gottchen Frau Miosga. Nicht jeder hat die Möglichkeit sich mit Zwangsgebühren die Taschen voll zu machen und müssen trotzdem diese Probleme meistern. Die finanziellen Probleme sind die allergrößten Probleme vieler Menschen. Davon sind sie dank Zwangsgebühren ja nicht betroffen. Vor staatlichen Pflegeeinrichtungen bleibt ihre Mutter sicherlich verschont. Glückwunsch. Diese Vorteile haben viele Pflegebedürftige leider nicht und müssen sich dieser Entsorgung leider unterziehen.
Die hier im Land Tag für Tag immer mehr werden und die sozialen Systeme kraftstrotzend überstrapazieren kamen erneut gar nicht zur Sprache? Deshalb weiter: Millarden jährlich an Invasoren, die niemals auch nur einen Cent zurück zahlen werden. . Hinsichtlich Streecks und der Köpping: wer wählt so was? . Mein Mitgefühl für Yvonne Lissel und ihren Gatten – was ihr aus ihrer prekären Situation leider auch nicht heraushelfen wird. . Anklingt, dass jeder solcher Fall ein Einzelfall ist – und die Angehörigen vollkommen auf sich selbst gestellt bleiben, das karge „Hilfsangebot“ individuell entdecken zu müssen – um dann vor nicht erreichbaren… Mehr