Neueste EU-Idee zur Wettbewerbsverzerrung: Kleinere Tanks für Hybrid-Pkw

Der nächste Versuch einer Erziehungsmaßnahme durch die EU-Kommission: Weil die Besitzer von Hybrid-Kraftwagen zu wenig Strom laden und fast nur mit dem Verbrennungsmotor unterwegs sind, sollen diese Pkw künftig maximal 15-Liter-Tanks haben.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Ihr Audi A 8 dürfte wohl weiterhin einen größeren Tank haben. IMAGO / dts Nachrichtenagentur
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Ihr Audi A 8 dürfte wohl weiterhin einen größeren Tank haben.

Die Europäische Kommission plant an einer Begrenzung der Kraftstofftankkapazität bei Neuwagen, mit besonderem Fokus auf Plug-in-Hybride: Ziel sei es, die Autofahrer häufiger zum Laden der Batterie zu bewegen und den realen Verbrauch an Kraftstoffen zu senken – die Besitzer von Hybrid-Pkw würden zu selten mit Strom ihre, aufgrund der massiven Batterien, schweren Fahrzeuge bewegen. Wenn Hybrid-Pkw künftig nur noch einen Kraftstofftank von maximal 15 Liter hätten, wären die Besitzer dieser Autos zur Nutzung der Batterie-Kapazität und zu einem Aufladen gezwungen. Andernfalls wäre ein Tank-Stopp etwa alle 200 bis 250 Kilometer nötig.

Während die Automobilindustrie also weltweit an immer größeren Reichweiten für Elektroautos feilt, diskutiert Brüssel das genaue Gegenteil für Fahrzeuge mit einem Verbrennungsmotor, berichten die spanischen Medien El Debate und Autopista.

Die Umweltorganisation Transport & Environment (T&E) hat dazu in einem aktuellen Bericht festgestellt, dass die realen CO₂-Emissionen von 2024 in der EU zugelassenen Plug-in-Hybriden fast sechsmal so hoch ausfallen wie die offiziellen Werte. Statt der Reduktion von 83 Prozent gegenüber reinen Verbrennern liegt der tatsächliche Vorteil nur bei etwa 14 Prozent. Nur 27 Prozent der gefahrenen Kilometer werden – so die Umweltorganisation – rein elektrisch zurückgelegt. Viele Besitzer laden das Fahrzeug nach dem Kauf kaum noch und nutzen es wie einen normalen Benziner, aber mit dem zusätzlichen Gewicht der Batterie.

Verkleinerung der Tanks von 51 auf 15 Liter

T&E schlägt deshalb vor, die Tankgröße von Plug-in-Hybriden auf maximal 15 Liter zu begrenzen. Derzeit liegt der Durchschnitt bei etwa 51 Litern. Bei einem realistischen Verbrauch von 6,7 Litern auf 100 Kilometer würde das eine Reichweite von 220 Kilometern mit dem Verbrennungsmotor bedeuten. Wer nie lädt, müsste statt etwa 17 Tankstopps im Jahr fast 57 einlegen.

Selbst verschuldetes Unglück
Die zwölf größten Torheiten Deutschlands
Parallel dazu fordert die Organisation bis zum Jahr 2030 eine reale elektrische Reichweite von mindestens 200 Kilometern, Gleichstrom-Schnelllader über 100 kW und einen Elektromotor, der mindestens dreimal so stark ist wie der Verbrenner. Die EU selbst hat bereits den sogenannten Utility Factor verschärft, der die realen Nutzungsdaten stärker berücksichtigt. Die geplante Maßnahme könnte dann aber nicht nur für Plug-in-Hybride gelten: Große Limousinen wie ein Audi A8 mit 82-Liter-Dieseltank oder chinesische Modelle wie der Yangwang U8 mit 75 Litern würden ebenfalls betroffen sein. Einige Hersteller hatten zuletzt die Tankvolumina erhöht, um die geforderten Emissionswerte leichter zu erfüllen – ein Weg, der bei einer Begrenzung versperrt wäre. Gleichzeitig werben asiatische Hersteller mit großen Tanks und kombinierten Reichweiten von mehr als 1.200 Kilometern.

Generell ist der für 2035 geplante Ausstieg aus dem Verkauf neuer reiner Verbrenner umstritten: Frankreich und Deutschland setzen sich für mehr Flexibilität ein, etwa für effiziente Hybride und erneuerbare Kraftstoffe. Gleichzeitig wächst der Anteil der Elektroautos bei den Neuzulassungen deutlich: Reine Batterie-Elektroautos machten in den ersten neun Monaten 2026 bereits 22,7 Prozent der EU-Neuzulassungen aus (1,93 Millionen Fahrzeuge) und überholten damit erstmals die Benziner (21,2 Prozent). Plug-in-Hybride kamen auf 10,1 Prozent.

92 Prozent der Pkw noch immer Verbrenner

Beim bestehenden Fahrzeugbestand sieht die Lage jedoch ganz anders aus: Laut Eurostat waren Ende 2025 7,6 Millionen reine Elektro-Pkw in der EU registriert, bei einem Gesamtbestand von mehr als 260 Millionen Personenwagen machen sie damit nur einen kleinen einstelligen Prozentanteil aus. Der weit überwiegende Teil der Flotte fährt nach wie vor mit Benzin oder Diesel. Alternative Antriebe (einschließlich PHEV) lagen Mitte 2026 bei 23 Millionen Fahrzeugen und damit bei 8 Prozent des Gesamtbestands.

Anzeige

Unterstützung
oder €

Kommentare ( 38 )

Liebe Leser!

Wir sind dankbar für Ihre Kommentare und schätzen Ihre aktive Beteiligung sehr. Ihre Zuschriften können auch als eigene Beiträge auf der Site erscheinen oder in unserer Monatszeitschrift „Tichys Einblick“.
Bitte entwerten Sie Ihre Argumente nicht durch Unterstellungen, Verunglimpfungen oder inakzeptable Worte und Links. Solche Texte schalten wir nicht frei. Ihre Kommentare werden moderiert, da die juristische Verantwortung bei TE liegt. Bitte verstehen Sie, dass die Moderation zwischen Mitternacht und morgens Pause macht und es, je nach Aufkommen, zu zeitlichen Verzögerungen kommen kann. Vielen Dank für Ihr Verständnis. Hinweis

38 Comments
neuste
älteste beste Bewertung
Inline Feedbacks
Alle Kommentare ansehen
R.Baehr
2 Stunden her

völlig verrückt geworden sind die in Brüssel mittlerweile, eine Gefahr und Bedrohung für die europäischen Völker, nein nur für die Nettozahler, die so dämlich sind, diesen Irrsinn auch noch zu finanzieren.

Nachdenkerin X
2 Stunden her

Ich verstehe immer noch nicht, welchen Vorteil für die Klima-Religion ein Elektro-Auto haben soll. Muß der Strom nicht produziert werden? Aus welcher Energie denn? Aber vielleicht kennt die EU diesen afrikanischen „Erfinder“, dessen Radio doch sogar Strom produzierte. Simsalabim, Strom kann auch aus dem Nichts kommen.
Oder wie stellt Brüssel sich das sonst vor?

BellaCiao
3 Stunden her

Beim aktuellen Talk-im-Hangar-7 (Servus TV) sprechen es 2 Salon-Linke genau aus:
„Die Autos müssen weg. Die sind eine Katastrophe für’s Klima!“
https://tinyurl.com/mr3kj85h

Siehe den betreffenden Ausschnitt von Minute 1h08m00s bis 1h10m15s.

E-Autos werden explizit nicht ausgespart. Nur Fahrradfahren und der ÖPNV sind die Lösung.

Auch sonst ist es eine sehr aufschlussreiche Sendung: Es geht ganz klar um das Erstarken des Sozialismus. Ganz offensichtlich auch in der EU-Kommission.

Last edited 3 Stunden her by BellaCiao
Dr. Meersteiner
4 Stunden her

Zitat: „Einige Hersteller hatten zuletzt die Tankvolumina erhöht, um die geforderten Emissionswerte leichter zu erfüllen“
Will der Verfasser damit aussagen, dass ein größerer Tankinhalt das Erreichen von Emissionswerten erleichtert? Eine interessante These.

JamesBond
4 Stunden her

Die EU ist mittlerweile ein völlig Irres Bürokraten Monster. Was für Hirne denken sich sowas aus?
Der vdL Gedächtnisstopfen fest verbunden mit Plaste Getränke Flaschen ist auch so ein Schwachsinn.

Manfred_Hbg
4 Stunden her

Jo, EU-Brüssel seine herrschenden Leyenschen Pseudodemokraten eben. Ob v.d. Leyen’s Flugzeugstaffel dann wohl auch „15 Liter-Tanks“ bekommen werden?
……man könnte den Eindruck bekommen, dass diese Bagage an Langeweile oder Größenwahn zu leiden scheint.

hansgunther
3 Stunden her
Antworten an  Manfred_Hbg

Größenwahn, da können Sie sicher sein. Die Langeweile vertreiben sie sich bei Champagner, Kaviar und sonstigen Leckereien – lassen Sie Ihrer Fantasie freien Lauf!
Im Übrigen kommt diesmal der Untergang nur anteilig aus Berlin. Brüssel hat da die Nase vorn, denn auf den Wahnsinn aus Berlin wird immer noch der doppelte aus Brüssel draufgepackt.

Last edited 3 Stunden her by hansgunther
verblichene Rose
4 Stunden her

Ein Hybridfahrzeug ist kein „Entweder-Oder-Fahrzeug“! Sicher fahren diese Autos auch pur mit Strom, das aber nur über sehr geringe Strecken!
Alles andere wäre auch vollkommen schwachsinnig, denn dann könnte man ja auch gleich ein reines Elektrofahrzeug kaufen.

Last edited 4 Stunden her by verblichene Rose
GP
4 Stunden her

Diese EU Ist unser Untergang! Höchste Zeit diesem Irrsinn in Brüssel den Stecker zu ziehen.

Simplex
4 Stunden her

Was für ein Nord-Korea!
Junge Leute wandern schnellstens aus, bevor die Grenzen schliessen.

hansgunther
3 Stunden her
Antworten an  Simplex

Grenzen schließen, die gar nicht vorhanden sind, der war gut!

Britsch
5 Stunden her

Der Totalitarismus und die Diktatur wird immer mehr ausgebaut.
Wiill Diejenigen die sich als Feudalherren fühlen und benehmen die ehemaligen des Mittelalters übertreffen in der Unverschämtheit?