528 Millionen Euro: Deutsches Kindergeld für 291.292 Kinder im Ausland

Die eigenen Bürger sollen ja künftig "den Gürtel enger schnallen", meint bekanntlich Thorsten Frei (CDU). Doch ins Ausland fließt noch immer viel Geld: Im Jahr 2025 hat die Familienkasse der Bundesagentur für Arbeit 528 Millionen Euro Kindergeld auf Konten im Ausland überwiesen.

picture alliance / dpa | Robert Ghement

Damit erhielten bis Ende des Jahres Berechtigte für insgesamt 291.292 Kinder mit Wohnsitz außerhalb Deutschlands deutsches Kindergeld, die deutsche Bundesregierung verschickt Sozialgeld für mehr als 11.000 Schulklassen.

Die Zahlen, die das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) bei der Bundesagentur angefragt hatte, bestätigen einen langfristigen Anstieg: 2011 waren es noch 103.559 Kinder gewesen, 2015 bereits 158.169. Damit hat sich die Zahl innerhalb von 14 Jahren nahezu verdreifacht. Die überwiesene Summe lag vor 15 Jahren bei nur 45,7 Millionen Euro – das ist weniger als einem Zehntel des aktuellen Werts.

Rekordauszahlung
Die größte Gruppe bilden Kinder von Eltern mit polnischer Staatsangehörigkeit (112.384), gefolgt von tschechischen (33.872) und rumänischen (32.459). Auch für 36.727 Kinder deutscher Staatsangehöriger, die im Ausland leben, floss Kindergeld. Die Bundesagentur betont jedoch, dass Überweisungen auf ausländische Konten nicht eins zu eins mit im Ausland lebenden Kindern gleichzusetzen sind: Manche in Deutschland lebende Familien nutzen Auslandskonten, während umgekehrt für Kinder im Ausland auf deutsche Konten gezahlt werden kann. Insgesamt zahlte die Familienkasse 2025 etwa 55,3 Milliarden Euro Kindergeld für 17,57 Millionen Kinder aus. Die Auslandskonten-Überweisungen entsprechen damit 0,95 bis einem Prozent der Gesamtsumme.

Rechtlich basieren die Zahlungen auf der Arbeitnehmerfreizügigkeit innerhalb der EU und der europäischen Verordnung zur Koordinierung der Sozialsysteme (VO 883/2004). Wer in Deutschland arbeitet und dort sozialversicherungspflichtig oder steuerpflichtig ist – selbst bei einer geringfügigen Beschäftigung wie einem Minijob –, kann Kindergeld für Kinder beanspruchen, die in einem anderen EU-Staat leben. In vielen Fällen zahlt Deutschland nur die Differenz zu einer niedrigeren Familienleistung des Herkunftslandes (Differenzkindergeld). Ein Versuch Österreichs, die Leistungen an das dortige Preisniveau anzupassen, scheiterte 2022 vor dem Europäischen Gerichtshof.

Monetärer Anreiz für Zuwanderung

Die Debatte um die Auslandszahlungen wurde durch die MDR-Reportage „EU-Armutsmigration: Sozialstaat in der Sackgasse?“ von Jana Gareis neu entfacht. Darin erzählte der Bürgermeister einer rumänischen Gemeinde über kinderreiche Familien mit 10 oder 15 Kindern, die deutsches Kindergeld beziehen, und bezeichnete dies als „Schatz“ für sein Land und die Kinder. Sahra Wagenknecht reagierte: „Unfassbar! Der Beitrag zeigt, wie der deutsche Sozialstaat Anreize zur Migration setzt und zum organisierten Missbrauch geradezu einlädt. Es ist völlig inakzeptabel, wie sich der deutsche Staat ausnutzen lässt, während bei den eigenen Bürgern gekürzt wird.“ Sie forderte nun: „Es darf kein deutsches Kindergeld für Kinder geben, die nicht in Deutschland leben. Die Politik muss endlich wieder mehr an Bitterfeld als an Bukarest denken.“

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Kommentare ( 22 )

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22 Comments
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Mausi
10 Stunden her

„Es darf kein deutsches Kindergeld für Kinder geben, die nicht in Deutschland leben“: Wer bitte soll denn kontrollieren, ob ein Kind in D lebt? Die Daten der Gemeinden zum Wohnsitz reichen da nicht. Die Anmeldung mit Wohnsitz bedeutet ja noch nicht leben. Kindergeld bzw. der Kinderfreibetrag ist nichts anderes als verdeckte Subvention. Ich glaube nicht, dass es für deutsches KiGeld bzw. dt. KinderFB möglich ist, die Arbeitnehmerfreizügigkeit innerhalb der EU und der europäischen Verordnung zur Koordinierung der Sozialsysteme (VO 883/2004) anzugehen. Denn der Geldabfluss ist gewollt, damit alle EU Staaten irgendwann wirtschaftlich auf dem gleichen niedrigen Niveau ankommen. Insofern wäre… Mehr

Last edited 10 Stunden her by Mausi
joly
5 Stunden her
Antworten an  Mausi

Sinnvoller wäre es zusätzlich einen genetischen Beweis zu verlangen, dass dieses Kind ein Kind des Vaters bzw der 1. Frau ist. Dieser Test ist hier durchzuführen. Oder an der dt. Botschaft. Immer an Mr Cash-Money denken, der für Geld weltweit erklärt wie man mit scheinadoptierten(gemieteten) Kinder locker mal das 10fache eines Monatslohn ohne Arbeit in Deutschland bekommen kann.

Sonny
11 Stunden her

Ich will mein Geld zurück von diesen Regierungen der letzten Jahre. Es wurde mir geraubt unter Vorspiegelung falscher Tatsachen und Versprechungen. Das ist Betrug und dafür gibt es eigentlich Gerichte. Weil unsere Justiz aber mit drin hängt im Betrug, werde ich wohl als Geschädigte niemals mehr etwas „zurück bekommen“. Somit kann man mit Fug und Recht sagen: Die Politiker der herrschenden Parteien der letzten Jahre sind nichts anderes als eine kriminelle Räuberbande. Damit sie nicht belangt werden können, änders die einfach per Handstreich Gesetze. Und die Justiz zeigt dann mit dem Finger auf diese Gesetze und sagt: Ist doch alles… Mehr

joly
5 Stunden her
Antworten an  Sonny

Wieso nur der letzten Jahre? Schon unter Kohl wollte man die Türken zurückschicken um den Zuzug per arrangierter Ehen zu unterbinden. Hat ja nicht geklappt, obwohl das alle nur Gastarbeiter waren.

maps
18 Stunden her

20% für die CDU/CSU und 15% für die SPD, damit wir den Gürtel noch enger schnallen und die sich weiter und anderen die Taschen voll machen. Diese Deutschen sind dumm und irre.

Audix
19 Stunden her

Ein Kleckerbetrag der auf diesem Weg unser Land verlässt. Weg müüsen vor Allem die viel größeren Summen an Entwicklungshilfe, Ukraine, Brüssel, UN, WHO etc.

Britsch
9 Stunden her
Antworten an  Audix

Die Linkspartei fordert ja, Deutschland müsse noch mehr „Entwicklungshilfe“
zahlen als CO“ Ausgleich. Ich frage mich wieviel tragen Diejenigen, welche dies fordern wohl persönlich selbst an Geld zum Deutschen Staatshaushalt bei?

joly
5 Stunden her
Antworten an  Britsch

Als Beamte, Abgeordnete und öffentlich finanzierte Jobinhaber sind sie eher Schmarozer als Steuerbezahler.

Holger Wegner
20 Stunden her

Peanuts im Verhältnis zu dem hier gezahlten Kindergeld, Kinderzuschlag, Regelsatz, Wohngeld bzw. übernommene Miete plus die Kosten für die Eltern. Beim Nur-Kindergeld wird sogar ein Teil dabei sein, der hier wirklich nur solo zum Arbeiten da ist und dessen Familie nicht in D komplett vom Steuerzahler alimentiert werden muss

Musteridiot
20 Stunden her

Ist ja wohl logisch. Ein Rumäne verdient im Schnitt 1000 Euro, ein Bulgare noch weniger. Dann lieber in D ein paar Stunden arbeiten (der berühmte Frisör aus Hagen, der in Berlin wenige Stunden pro Woche frisiert) und die restliche Zeit schwarz arbeiten oder sowieso nur hier gemeldet sein, aber in der Heimat wohnen. Bei 4 Kindern verdient man dann so mehr als der Durchschnitt im Heimatland Und zu den Auslandskindern kommen ja noch die Scheinvaterschaften. Also irgendwelche Kinder, die ein mittelloser deutscher Bürgergeldempfänger als die seinen anerkennt und die somit samt Mutter und Familie vom deutschen Staat ausgehalten werden dürfen.… Mehr

joly
4 Stunden her
Antworten an  Musteridiot

Ich verstehe nur Ziehebde-G(a)euner. Daneben würde mich interessieren wie das bei Muslimen mit den 4 Ehefrauen und den Versorgungs-Ehefrauen mit deren Kindern geregelt ist. Es ist einem Moslem erlaubt beliebig viele Ehen im Rahmen der „Versorgungsehen“ zusätzlich zu seinen 4 erlaubten einzugehen.

Michael W.
21 Stunden her

Schon vor 40 Jahren hat ein Türke in einem Interview zugegeben, dass eine echte Geburtsurkunde für ein nicht existierendes Kind in der Türkei 100 DM Schmiergeld kostet. „Das ist nach 2 Monaten wieder drin und der Beamte hat ein nettes Zubrot.“
Also: Wie viele von diesen Kindern gibt es wirklich? Und warum wird Kindergeld ins Ausland bezahlt?

joly
4 Stunden her
Antworten an  Michael W.

Deshalb gentechnisscher Nachweis der Vaterschaft. Das würde auch das organisierte Anmieten von Kinder zum Kindergeldbezug unterbinden.

Noelender Noergler
21 Stunden her

Ich sage dazu nur: Der gemeine Wähler (natürlich m-w-d) möchte nicht nur das Welt-Klima „retten“, sondern auch noch alle Kinder dieser Welt. Wir haben zwar die dümmste Regierung der Welt 2.0 in Bürlün rumstümpern, der betreuungsbedürftige MS-Wähler hat ihr ebendies aber auch weiter ermöglicht.

Kassandra
20 Stunden her
Antworten an  Noelender Noergler

Ich glaube inzwischen, dass die Masse der Deutschen denkt, Finanzminister könnten Geld drucken – und die Ausgaben, die momentan getätigt werden, hätten mit ihnen gar nichts zu tun.

joly
4 Stunden her
Antworten an  Kassandra

Wieso inzwischen? Das Denken doch vor allem auch noch unsere Politiker.

Ho.mann
21 Stunden her

Wahnsinn, Wahnsinn und nochmals Wahnsinn soweit das Auge reicht.

Der Person
21 Stunden her

„Es darf kein deutsches Kindergeld für Kinder geben, die nicht in Deutschland leben.“

Es darf überhaupt kein Kindergeld geben. Wenn man das und die ganzen anderen Subventionen komplett streicht, dann kann man die Steuern auf ein vernünftiges Maß senken, so dass vom Einkommen genug bleibt, dass man die eigenen Kinder finanzieren kann. Und nicht den Nachwuchs von Betrügern oder Minderleistern alimentieren muss.

joly
4 Stunden her
Antworten an  Der Person

Sie haben die Aufstocker vergessen. Die gibt es in fast jedem Geschäft das von Orientalen betrieben wird.