Genosse Merz kündigt einen linken Kurs für die CDU an

Nun stellt Merz auch noch die private Krankenversicherung in Frage aus Gründen der Gerechtigkeit. Motto der SPD und der künftigen CDU-SPD: Weil wir es nicht für alle gutmachen können, machen wir es für alle schlecht. Nur dass, wenn man es für alle schlecht macht, für die, für die es schon schlecht ist, es noch schlechter wird. Das Prinzip nennt man Sozialismus.

picture alliance / AP Photo/Markus Schreiber | Markus Schreiber

Merz hat sich in der heutigen Pressekonferenz bis auf Scheuerleistenniveau tief vor der SPD verbeugt und den Vasallen-Schwur getätigt. Den Schwenk der SPD gegen das, was sie mühsam in der Regierung ausgehandelt haben, hat Merz im vorauseilenden Gehorsam bereits vorvollzogen. Die CDU wolle auf Bundesebene unbedingt an der Koalition mit der SPD festhalten. Man könnte jetzt spotten, dass, wenn Lars Klingbeil das Kabinett Klingbeil-Merz verlässt, Friedrich Merz keine Meinung mehr hat. Merz sagte wörtlich nach den Wahlen, die aufgrund des Wahlkampfes von Schwesig – ich oder die – die CDU aus dem Landtag befördert hatte: „Ich bin dankbar, dass wir von den Sozialdemokraten hören, dass sie an der Koalition in Berlin festhalten wollen.“ Soweit kann sich nur eine Partei verleugnen, die kein Selbst mehr hat.

Es ist schon intellektuell bemitleidenswert, wenn Merz phrast: „Für die CDU stellen sich jetzt grundsätzliche und auch sehr langfristige Fragen.“ Das ist mit Verlaub eine semantische Nullaussage. Für die CDU stellen sich keine langfristigen Fragen. Alles, was eine Regierung für Deutschland tun muss, ist grosso modo klar, wie es auch klar ist, dass diese Politik sich mit der SPD nicht verwirklichen lässt. Stellt sich also die „grundsätzliche“ Frage, wählt die CDU Deutschland oder wählt die CDU die SPD.

Brandmauer
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Doch auch Söder windet sich vor der SPD in Verehrung, wenn er über die Frau mit dem Pionierleiterinnen-Charme sagt, die gerade seine Schwesterpartei aus dem Landtag in Schwerin getrieben hat: „Frau Schwesig ist da schon eine Kämpferin, das muss man sagen, und das respektiere ich sehr.“ Sehen die Unionsfreunde von Söder in Schwerin sicher genauso. Aber auch Söder unterstützt Merz in dem linken Kurs, den er vorgibt, denn das Ziel ist nicht, dass es den Bürgern, den Familien besser geht, sondern: „Das Ziel muss auch sein, zur AfD aufzuschließen national, und ​die AfD einzuholen, vielleicht irgendwann zu überholen.“

Völlig zu Recht stellte ein Reporter Merz die Frage, ob er für das Amt des Parteivorsitzenden und des Bundeskanzlers noch genügend Rückhalt in der Partei habe, Merz darauf trotzig: „Es hat weder gestern noch heute eine personelle Frage noch eine Personaldebatte gegeben.“ Dann hat sich also die CDU für die langsame Selbstauflösung entschieden. Obwohl Merz aus Inhaltsleere immer wieder das viel zu groß geratene Wort „historisch“ benutzt, geht es eben nicht um „um die demokratische Zukunft des Landes“, jedenfalls solange nicht, solange die Brandmauer-Einheitspartei die Demokratie durch Parteienverbot abschaffen.

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Es ist schon lustiger als alle Comedy-Sendungen im deutschen Fernsehen zusammen, wenn ausgerechnet der Mann, dessen einzige Leistung in gebrochenen Wahlversprechen besteht, der noch nicht eine Lösung für ein Problem zustande gebracht, dafür aber viele Probleme neu geschaffen hat, darüber schwadroniert, dass jeder, der einmal regierte, weiß, dass es keine einfachen Lösungen gebe. Nun ließe sich zwar eine Liste mit Staatsmännern und einfache Lösungen erstellen, von Lincolns Abschaffung der Sklaverei über Roosevelts New Deal bis zu Kohls 24-Punkte-Programm, doch dazu müsste man etwas von Geschichte verstehen, was man dem Herrn aus Brillon nun wirklich nicht nachsagen kann, wenn in seiner Geschichtsbetrachtung Mitteldeutschland fehlt.

Aber vielleicht verachtet Merz Mitteldeutschland auch nur so sehr und aus tiefstem Herzen, dass das Land der Friedlichen Revolution in seiner Rede über Deutschland nicht vorkommt. Es lässt tief blicken, dass Merz zwar pathetisch die Demokratie anruft, aber den Teil Deutschlands offensichtlich zu verachten scheint, der die Demokratie nicht geschenkt bekam, sondern sich gegen ein bis an die Zähne bewaffnetes Regime erkämpft hatte. Es gehörte mehr Mut und mehr Engagement für die Demokratie dazu, in Leipzig, in Ost-Berlin, Dreden und Halle im Herbst 1989 zu demonstrieren, als Friedrich Merz jemals in seinem Leben für irgendetwas aufgebracht hat.

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Es klingt liberal, wenn Merz ein Gesetz gegen Enteignung einbringen will. Doch der deutsche Rechtsstaat benötigt dieses Gesetz nicht. Dieses Gesetz braucht und noch dazu dringend einzig die SPD, weil es ihr in Berlin erlaubt, in die „Clan-Koalition“ einzutreten. Die SPD hatte in Berlin Enteignungen ausgeschlossen, auf die die Linke beharrt. Verbietet nun ein Gesetz Enteignungen, bricht die SPD in Berlin kein Wahlversprechen, wenn sie in die Koalition mit den Linken geht, weil Enteignungen dann ja ohnehin verboten wären. Mit diesem genialen Schachzug von Merz verhindert Merz praktisch noch die kleinste Chance, dass seine Partei im Land Berlin an der Regierung bleibt, indem sie der SPD die Stolpersteine für eine dunkelrotgrüne Koalition aus dem Weg räumt.

Friedrich Merz will „über die Arbeit und die Struktur der Partei sprechen, über unser Programm und über das Profil der CDU“. Die CDU muss jetzt endgültig zu einer linken Partei werden, die ohne Widerspruch die Wünsche der Genossen von der SPD erfüllt. Einem zentralen, tiefroten Wunsch der SPD kommt Merz bereits entgegen, man höre und staune, wenn man über die Migrations- und Windmühlen-CDU überhaupt noch staunen kann. Merz will die Regeln der gesetzlichen Krankenversicherung auf die private Krankenversicherung übertragen. Wenn Merz jedoch die Regeln der gesetzlichen Krankenversicherung auf die private Krankenversicherung überträgt, gibt es keine private Krankenversicherung mehr. Es wird dann ehrlich, wie sie in der Koalition nun mal sind, weiter das PVK und GVK heißen, was faktisch zu einer Bürgerversicherung wird.

Von der SPD hat Merz schon gelernt, wie man verschiedene Bevölkerungsgruppen gegeneinander ausspielt, um noch mehr Geld abzuziehen: „Wenn sich in der Bevölkerung der Eindruck verfestigt, dass diejenigen, die privat versichert sind, sofort jede Leistung bekommen und diejenigen, die gesetzlich krankenversichert sind, Wochen und Monate darauf warten müssen, dann ist das genau ein solches Gerechtigkeitsproblem.“ Motto der SPD und der künftigen CDU-SPD: weil wir es nicht für alle gutmachen können, machen wir es für alle schlecht. Nur das, wenn man es für alle schlecht macht, für die, für die es schon schlecht ist, noch schlechter wird. Das Prinzip nennt man Sozialismus.

Mit Sozialdemokraten wird alles nur teurer und schlechter. Merz ist inzwischen zum Sozialdemokraten geworden. Die CDU muss sich überlegen, ob sie das weiter mitmacht. Sie steht am Scheideweg, entweder mit Merz Anhängsel der Linken zu sein oder mit einem Politiker, dem nicht sein Posten, sondern Deutschland am Herzen liegt, die Koalition zu verlassen, eine Minderheitsregierung zu bilden und mit der AfD zu kooperieren.

Und weil Merz das Fremdwort historisch so falsch wie gern gebraucht, lässt sich nur feststellen, wenn die CDU jetzt nicht die richtige Entscheidung fällt, wird sie morgen bereits Geschichte sein.

Merz ist nur noch im Amt, weil die SPD es will, dass er im Amt ist. Es liegt an der CDU das Endspiel zu beenden oder selbst zu enden.

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Kommentare ( 182 )

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luxlimbus
2 Tage her

Das Dilemma, dass die Merz-CDU ihre sinnlose Suche nach einem, im tatsächlichen Leben nicht auffindbaren, Ausgang einfach nicht aufgibt, – wird noch für viel unfreiwillige Komik ( … wenn`s nur nicht so ernst wär!) sorgen.

Privat
2 Tage her

Die einzige frage die mich bewegt – Gibt es denn überhaupt keine Möglichkeit, diesen furchtbaren CDU Kanzler wegen Arbeitsverweigerung zu – entlassen ?

Giovanni
2 Tage her

Es ist irgendwie faszinierend zu beobachten, wie sich die CDU zielstrebig abschafft.
Ähnlich des Niedergangs der damaligen italienischen Partei „Democrazia Christiana“, so wird es auch keine CDU mehr geben. Die italienische Partei, die jahrzehnte lang, die Politik in Italien bestimmt hat, ist über Nacht verschwunden.
Die CDU steht vor einer permanenten Zerreisprobe. Sie ist gespalten in den konservativen Teil und in den Teil der Merkelianer. Um eine wirkliche Spaltung zu vermeiden, beschreiten beide Teile den Weg in den Niedergang.

Montesquieu
3 Tage her

Niedergelassene Ärzte erbringen ca. 30% der erbrachten GKV Leistungen umsonst (Budget). Die PKV dagegen werden sämtlich honoriert. Die gallopierenden Personalkosten fressen zunehmend die Wirtschaftlichkeit auf. Das Honorar wurde nicht angepasst. Der Praxisgewinn VOR Steuern und Sozialabgaben für die Ärzte (Rente, KV, Berufshaftpflicht, Krankentagegeld etc.) beträgt oft nur noch ca. 30% des Honorars. Viele Praxen sind bei +/-0. Wie würden Sie sich entscheiden? Behandelt Euch doch selber! Viel Spaß dabei, ich bin bald raus. 65 Stundenwoche +Bereitschaftsdienste +24/7 Rufbereitschaft. Zum Gehalt eines Oberarztes in der Klinik mit 37.5 Stundenwoche. Zukünftig wenden Sie sich an Ihr subventioniertes Krankenhaus. Ich bin dann mal… Mehr

Last edited 3 Tage her by Montesquieu
bfwied
3 Tage her

Wer privat versichert ist, muss zuallermeist praktisch genauso lange warten wie der gesetzl. Versicherte, dafür sorgen schon, wie ich selbst erfahren habe, immer wieder Leute im Eingangsbereich, die die Patienten aufnehmen. 2-3 Monate Wartezeit liegen meist drin, nur bei wenigen Ärzten weniger bis sehr viel weniger. Privat Versicherte bezahlen sehr, sehr viel mehr für die Behandlung, und sie bezahlen jede Behandlung, sie kennen keine Quartals-Pauschale. Ohne sie können die Apparate nicht angeschafft und betrieben werden, von denen auch die Gesetzlichen profitieren können. Privat Versicherte haben monatliche Prämien in der Größenordnung von 700-800 E (und mehr) zu bezahlen. Sozialismus führte schon… Mehr

Aliena
2 Tage her
Antworten an  bfwied

Nicht umsonst verschwinden Gut- u. Best-Ausgebildete in der Größenordnung von 270.000-300.000 aus Deutschland pro Jahr!!!

Das Gros dieser Elite wurde zuvor an deutschen Universitäten zu Lasten des Steuerzahlers ausgebildet.

luxlimbus
2 Tage her
Antworten an  Aliena

Ein Gratis-Studium, und dem Gesetzgeber fällt es nicht ein daran Bedingungen zu knüpfen.

Joe4
2 Tage her
Antworten an  bfwied

Mehr als die Hälfte der Privatversicherten sind Beamte. Diese werden von den gesetzlich Versicherten über Steuern stark subventioniert (> Beihilfe), und zahlen deshalb sehr niedrige Beiträge für die PKV, genießen die Vorzüge derselbigen. Logisch, dass gesetzl. Versicherte diese Privilegierung nicht als gerecht empfinden. Es besteht also dringend Handlungsbedarf. Wenn man Beamte nicht in die gesetzl. KK zwingen möchte, läge die Abschaffung oder zumindest eine spürbare Absenkung der Beihilfe nahe.

bfwied
1 Tag her
Antworten an  Joe4

Mir geht es um möglichst große Objektivität, was allerdings auf sehr beschränktem Platz nicht wirklich erreichbar ist. Das Thema ist sehr viel komlexer! Die 50 %, die die Beamten für ihre PKV bezahlen, liegen dennoch in der Regel bei ca. 500-600+ pro Monat. Die Beihilfe ist im Gegenzug zu gar nicht so tollen Forderungen des Staates, der übrigens überhaupt nicht gut bezahlt. Bei gleicher Ausbildung verdient man in der Wirtschaft in aller Regel mehr, im akademischen Bereich sehr viel mehr.

Ceterum censeo Berolinem esse delendam
3 Tage her

Ach, Herr Mai.

Alles, was eine Regierung für Deutschland tun muss, ist grosso modo klar

Haben Sie denn des Kanzlers Worte nicht gehört?

jeder, der einmal regierte, weiß, dass es keine einfachen Lösungen gebe

Da haben Sie es. Oder haben Sie etwa schon „einmal regiert“?

moorwald
3 Tage her

Merz ist ja gelegentlich als „Kanzlerdarsteller“ bezeichnet worden. Das trifft es ganz gut, sagt er doch – jedenfalls dem Inhalt nach – stets Texte auf, die andere verfaßt haben.
Wo soll man ihn politisch einordnen? Er ist wohl doch nur eine Ich-AG, ein „Narr auf eigne Hand“.,..wie es in einem Goethe-Gedicht heißt.

Last edited 3 Tage her by moorwald
Tomas Kuttich
3 Tage her

Ich frage mich immer, ob es tatsächlich wahr ist, dass Deutschland immer so schlecht bei den PISA-Tests abschneidet. Beim Lesen der Kommentare hier kommt man zu dem Schluss: Ja, das muss wahr sein. Dumm, dümmer, Afd-Wähler.

Ohanse
3 Tage her
Antworten an  Tomas Kuttich

Na, mit den Nerven am Ende? Machen Sie sich keine falschen Hoffnungen: Die CDU in MV sieht den Landtag nie wieder von innen.

chaosgegner
3 Tage her
Antworten an  Tomas Kuttich

Warum schreibt jemand, der offensichtlich selbst überhaupt nichts versteht, hier so einen Kommentar?
Logik und Schlussfolgerung: Schon mal gehört?

bfwied
3 Tage her
Antworten an  chaosgegner

Kam von Linken denn schon viel Sinnvolles?

Ceterum censeo Berolinem esse delendam
3 Tage her
Antworten an  Tomas Kuttich

Dann empfehle ich Ihnen die Leserkommentare in ZEIT, Spiegel (vulgo Lügel) und in der Alpenprawda. Die sind allesamt grundsätzlich schlau und wohl Ihrem intellektuellen Niveau eher angemessen.

Aliena
2 Tage her
Antworten an  Tomas Kuttich

Das Wörtchen ‚man‘ sollte mit ‚ich‘ ersetzt werden, dann stimmt’s. Wer im Glashaus sitzt, sollte allerdings nicht mit Steinen werfen. Fängt mit der Satzbildung bereits an.

Aegnor
3 Tage her

„dass diejenigen, die privat versichert sind, sofort jede Leistung bekommen“ Also erstens mal ist das meiner Erfahrung nach nicht der Fall. Ich warte trotz Termin genauso stundenlang im Wartezimmer wie jeder andere (GKV-)Patient. Und auch bei der Online-Terminreservierung kann ich nirgendwo einen PKV-Geheimcode eingeben und schon öffnen sich überall neue Termine. Und falls es doch irgendwo so ist. Vielleicht liegt das daran, dass die Ärzte für einen PKV-Patienten das x-fache an Geld bekommen als für einen GKV-Patienten. Viele machen immer den Fehler, die Leistung der KV daran zu bemessen, was sie vom Arzt bekommen. Dabei wäre der richtigere Ansatz mal… Mehr

chaosgegner
3 Tage her
Antworten an  Aegnor

Meine Frau, gesetzlich versichert, und ich, privat, vergleichen immer unsere Leistungen und Zahlungen.
Nicht ganz zu vergessen die Höhe der Kassenbeiträge, die wir bezahlen. Da ist sie dann immer wieder mal sehr erstaunt.
Das sollten mal mehr gesetzlich Versicherte machen, bevor sie die Privaten verachten! Ob sie dann noch gerne privat versichert sein möchten?
Selbst viele privat Versicherten können diese enorm gestiegenen Beiträge nur noch schwer verkraften.
Bleibt die zentrale Frage: Wenn die private abgeschafft wird, wird dann für die gesetzlich Versicherten irgendetwas besser???

Aegnor
3 Tage her
Antworten an  chaosgegner

Ich kann Ihnen nicht ganz folgen. Was ist denn jetzt ihre Aussage? GKV gut oder schlecht? Mein Punkt ist, dass die GKV (außer für Mindestlöhner) schweineteuer ist. Viel teurer als jede halbwegs ordentliche PKV, inklusive höherer Beitragssteigerungen. Und was die GKV dafür zahlt (=leistet), spottet jeder Beschreibung. Wenn sie nicht die Ärzte per Gesetz zwingen würde, ständig un(ter)bezahlte Leistungen zu erbringen (was diese sich dann von den Privatpatienten zurückholen), wäre.das gesetzliche System schon längst zusammengebrochen.

Don Didi
2 Tage her
Antworten an  Aegnor

Das mag für einen jungen Arbeitnehmer so stimmen, dreht sich aber im Alter deutlich.
Als Rentner sinken die GKV-Beiträge mit dem (massiv) sinkenden Einkommen, die PKV-Beiträge steigen aber mit dem Alter, so daß die ganze Nummer irgendwann ins nicht mehr finanzierbare kippt.
Bei Familien sieht’s wieder anders aus, in der GKV sind Ehepartner und Kinder (noch) mitversichert, in der PKV kostet das 4 Beiträge, ist für einen Alleinernährer kaum finanzierbar.
Die GKV hat für junge Alleinstehende einfach Vorteile, weil sie nicht dem Sozial-/Solidarprinzip unterworfen ist, sondern tatsächlich individuelle Beiträge nach Risikoprofil verlangt.

Joe4
2 Tage her
Antworten an  Don Didi

Das ist nur die halbe Wahrheit. Gesetzl. versicherte Rentner zahlen – wie AN – Beiträge von 50% (Eigenanteil). Relativ betrachtet also nicht weniger. Für Betriebsrenten ist der volle Beitragssatz fällig!
Beamte (knapp 60% der Privatversicherten) zahlen zwar (niedrige) Extra-Beiträge für Kinder und den nicht erwerbstätigen Ehepartner, erhalten aber großzügige Familienzuschläge. Oftmals sind die Kinder bei dem gesetzl versicherten Ehepartner mitversichert. Für die „echten“ Privatversicherten ist es teuer (Zustimmung).
Gesetzl Freiwillig Versicherte haben die richtige Ar…karte.

Don Didi
2 Tage her
Antworten an  Joe4

Ja, wenn einer PKV und einer GKV ist, sind die Kinder mit in der GKV, aber nur dann. Wenn nur einer arbeitet und in der PKV ist oder beide Elternteile in der PKV, sieht’s anders aus. Und ja, Rentner zahlen 50% raltiv zum Einkommen. Die Rente liegt aber nicht bei 5800€ brutto, wo man (ohne Kinder) 650€ zahlt, sondern bei 1800€, dann sind’s „nur“ noch 230. Dafür kriegst Du als Renter bei weitem aber keine PKV, die liegt mit 68 Jahren eher bei um die 600€, je nach Tarif auch deutlich mehr: Der Beitrag im Basistarif ist gesetzlich auf den… Mehr

Joe4
2 Tage her
Antworten an  Don Didi

Ich bezog mich ja auf die Privatversicherung für Beamte. Die ist – relativ zum Einkommen – sehr günstig. Für Pensionäre beträgt die Beihilfe sogar 70%. Für Rentner ist die Privatversicherung horrend teuer. Und freiwillig gesetzl. versicherte Rentner sind richtig gekniffen. Die gesetzl. Pflichtversicherung für Rentner ist günstig (absolut betrachtet), sofern keine Betriebsrente vorhanden ist. Diese Versicherung ist mit strengen Zugangsregeln verknüpft.

moorwald
3 Tage her

Als die Väter des Grundgesetzes die Instrumente „Vertrauensfrage“ und „Konstruktives Mißtrauensvotum“ ins GG schrieben, konnten sie sich einen wie Merz, der einfach sitzen bleibt, wohl kaum vorstellen.
Wie schwer ist es doch, einen so schwachen Totaalversager loszuwerden…

Ceterum censeo Berolinem esse delendam
3 Tage her
Antworten an  moorwald

Er wird eben von denjenigen über Wasser gehalten, die in Todesangst das Absaufen vor Augen haben. Sie hoffen darauf, wenigstens diese Legislaturperiode zu überstehen, bevor das sinkende Schiff mit ihnen an Bord untergeht.