Monatelange Streckensperrungen, doch die Bahn kommt weiter zu spät: Die Verspätungsfälle durch Infrastrukturmängel steigen 2026 um 40 Prozent. Für eine spürbare Besserung im gesamten Netz verweist die Bahn auf weitere Sanierungen – bis 2029.
picture alliance / imageBROKER | Scholz Andreas
Die Deutsche Bahn saniert, sperrt und vertröstet. Doch während Fahrgäste monatelange Streckensperrungen hinnehmen müssen, verschlechtert sich die Störungsbilanz der Infrastruktur weiter: Die Zahl der Verspätungsfälle im Zusammenhang mit gestörten Anlagen ist 2026 um 40 Prozent gestiegen. Das sagte Philipp Nagl, Vorstandsvorsitzender der Infrastrukturtochter DB InfraGO, der Wochenzeitung „Die Zeit“.
Seine Bestandsaufnahme lässt wenig Raum für Beschönigungen: Deutschlandweit gehen Weichen, Oberleitungen und Stellwerke derzeit noch immer schneller kaputt, als sie repariert werden können. Der Sanierungsbetrieb hält mit dem Verschleiß nicht Schritt.
Als Erklärung nennt Nagl den sehr kalten Winter zu Jahresbeginn und den sehr heißen Sommer. Beides habe die Anlagen besonders strapaziert. Extreme Temperaturen beschädigten die Infrastruktur und verhinderten zugleich schnelle Reparaturen.
Monatelang gesperrt, anschließend weiter unpünktlich
Seit 2024 lässt die DB InfraGO ganze Streckenabschnitte für mehrere Monate sperren, um sie vollständig zu sanieren. Die sogenannten Korridorsanierungen sollen die Infrastruktur wieder verlässlicher machen. Doch zuletzt geriet das Verfahren in die Kritik – auch bei Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU). Denn selbst nach Abschluss der Bauarbeiten fuhren die Züge weiterhin unpünktlich.
Nagl will an dem Sanierungskonzept dennoch festhalten. Für die Probleme auf der erneuerten Strecke zwischen Hamburg und Berlin liefert er eine technische Erklärung: Bei der Wiedereröffnung sei die Leit- und Sicherungstechnik noch nicht vollständig in Betrieb gewesen. Deshalb mussten Fernzüge auf Teilen der Strecke langsamer fahren. Damit war die Strecke zwar wieder geöffnet, für den schnellen Fernverkehr aber noch nicht vollständig nutzbar.
Wiedereröffnung vor Abschluss aller Abnahmen
Hochgeschwindigkeitszüge benötigen ein spezielles Zugsicherungssystem. Um dieses zu aktivieren, müsse die Strecke gewissermaßen ein zweites Mal abgenommen werden, erläutert Nagl. Diese Abnahmen ließen sich auch während der Sperrung erledigen. Dann müssten allerdings Regional- und Güterzüge ebenfalls länger auf die Wiedereröffnung warten, obwohl sie das besondere Leitsystem gar nicht benötigten, argumentiert der Bahnmanager.
Seit Sonntag seien sämtliche Abnahmefahrten abgeschlossen. Für künftige Wiedereröffnungen kündigt Nagl außerdem ein verändertes Vorgehen an: Um Verspätungen zu reduzieren, sollen nicht mehr sofort alle Züge auf einmal auf die Strecke geschickt werden.
Auf die monatelange Vollsperrung folgt damit künftig zunächst ein eingeschränkter Betriebsstart. Das soll verhindern, dass die Wiedereröffnung gleich wieder von Verspätungen geprägt wird.
Die versprochene Wirkung lässt weiter auf sich warten
Grundsätzlich seien die Züge auf sanierten Strecken nach den Bauarbeiten pünktlicher als zuvor, betont Nagl. Doch die zum Start der Korridorsanierungen versprochene Verbesserung im gesamten Netz lässt weiter auf sich warten.
Die erhoffte Strahlwirkung werde eintreten, sobald die besonders heiklen Sanierungen abgeschlossen seien. Nagl nennt dafür die Verbindung Berlin–Hannover im kommenden Jahr und Hamburg–Hannover im Jahr 2029. Dann seien die großen Strecken erledigt. Anschließend würden die Züge auch überall sonst in Deutschland wieder pünktlicher kommen, verspricht der InfraGO-Chef.
Für die Fahrgäste bleibt damit vorerst die bekannte Reihenfolge: erst die Sperrung, dann die Hoffnung auf Besserung. Die aktuelle Bilanz lautet unterdessen: 40 Prozent mehr Verspätungsfälle durch gestörte Infrastruktur.

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Eingleisig – wie die Energie, so der Verkehr.
Die besonders tumbe Sparmaßnahme in Deutschland war es ja, Hochgeschwindigkeits- und Güterzüge auf die selbe Schienentrasse zu setzen. Das sich das über die Jahrzehnte teuer rächen würde, war mal wieder Politikern mit Kirchen- und Lastenfahrrad-Hintergrund sowie Beamten nicht klar.
In Frankreich ist das ja komplett anders – u. a. daraus resultiert die hohe Pünktlichkeitsquote.
Was hat die Bahn denn auf der Habenseite? Ne grosse Klappe und ne Spritze vom Bund. Für Diversity, da bekommen Manager Preise, Pünktlichkeit, einst Markenzeichen der Bahn, da gibts nix. Sauberes Gendern, statt saubere Toiletten, Alkoholverbot statt Sicherheit. Und wer im Bund nichts taugt, aber jährlich den Kanzlerpreis für die Erstbesetzung des Kanzlerrektums gewinnt, bekommt auch bei der Bahn offenbar das postnatale Rundum- Sorglospaket. Als „Mänätscher“ oder sowas. Pofalla dazu: „Scheiss auf das Grundgesetz!“ in der Presse wurde er als „Muttis Liebling gehätschelt… Ich habe mal einen Unternehmensberater kennengelernt. Der brüstete sich damit, der Bahn gleich zu Beginn seiner unscheinbaren… Mehr
Annalena Baerbock hatte ja Verkehrsminister Wissing gedankt, daß dieser mit der „Rückstellung“ von Investitionen den Umfang der Ukrainefinanzierung mit ermöglicht habe.
Krieg statt Infrastruktur.
Das ist „unsere“ Politik, das ist „unsere Demokratie“.
Ich denke mal dass das Bahnnetz ein sehr komplexes Regelsystem ist. Die Synchronisation ist sehr störanfällig. (Ich denke nur an Uropa, der bei der Bahn beschäftigt war und eine Taschenuhr gestellt bekam, damit er besser-oder Überhaupt- die Syncronisation bewerkstelligen konnte).Der war der Held damals.Minutengenaue Zeit zu wissen ist wie heutzutage die KI zu beherrschen. Wer Regeltechnik kennt weiss, das es NIE zu 100% funktionieren kann. Schon einige Störgrössen (wie im Winter eingefrorene Weiche etc) genügen, um das Dichtgetaktete System in Unordnung zu bringen. Die Folge sind Verspätungen oder sogar Ausfälle. Jeder kennt das vom Autoverkehr. Da genügt ein Unfall und… Mehr
Je Dümmer und Unfähiger das ausgesourcte Altpartei-Führungspersonal der Bahn desto Verspätung und Bahnverfall.
Steigerungen jederzeit möglich.
Wenn Mr. 10% da noch einsteigt, fährt der ganze Bahnladen auch noch auf ukrainisch.
Das Beste an der Bahn ist, sie nicht benutzen zu müssen.
Erinnert sich noch jemand an die 1980er und 1990er Jahre, als die Bahn in aller Munde war, weil sie privatisiert und finanziell lohnend werden sollte ? Man meinte, daß viele Nebenstrecken, die nur Minus brachten, stillgelegt werden sollten. Der Gütertransport sollte auf die Straße verlegt werden. Ich persönlich dachte da an die vermehrten LKW-Unfälle. Und an den vermehrten Ausstoß von Diesel-Gasen. Aber es gab ja viele, die das unterstützten, den Abbau, den Verfall von Infrastruktur. Heute sind die AKWs weg, die Gasleitungen sollen gehen, Kohlekraftwerke auch … schon mal jemand in Asien gewesen, China, Japan, Korea, Dubai ?
Wir leben weder in den Tropen noch in subarktischen Gefilden. „Extreme“ Temperaturen sind nur eine Ausrede dafür, dass man sich jahrzehntelang nicht um die Bahninfrastruktur gekümmert hat oder Neubauten mit so billigem Material konstruiert, dass vorzeitiger Verschleiß die Folge ist.
Wenn Du denkst, es geht nicht mehr, kommt direkt ein Irrer her. (Die Welt 2026)
Ich weiss nicht wieso das hier irgendwen wundern soll?!
Der Vorgänger hat doch stolz und mit breiter Brust verkündet, dass ab 2075 die Bahn wieder super pünktlich fahren wird…
Also sollte man sich jetzt nicht beschweren…