Ist die Bundesregierung überfordert? 87 Prozent befürchten das

Die Daten der neuen Forsa-Umfrage sind ein Alarmsignal für die Koalition: Fast neun von zehn Bundesbürgern befürchten, dass die Regierung von Kanzler Friedrich Merz (CDU) die Probleme des Landes nicht mehr bewältigen kann.

Lars Klingbeil und Friedrich Merz. IMAGO / Mauersberger
Lars Klingbeil und Friedrich Merz.

Die Demoskopen von Forsa liefern wenig Optimismus für die nächsten Monate: Bei sämtlichen 16 abgefragten Themen äußerte mindestens die Hälfte der Befragten große oder sehr große Sorgen. An der Spitze steht in dieser Umfrage für RTL und ntv mit 87 Prozent die Befürchtung, dass die Bundesregierung die Herausforderungen nicht mehr bewältigen kann.

Dahinter folgt die Besorgnis über steigende Preise mit 84 Prozent und über ein unzureichendes Schul- und Bildungssystem mit 79 Prozent. Jeweils 77 Prozent sorgen sich über höhere Steuern und Abgaben sowie eine Verschlechterung der medizinischen Versorgung.

Auch 60 Prozent der Unions-Wähler besorgt

Brisant für die Koalition: Die Zweifel kommen längst nicht mehr ausschließlich aus dem Lager der Opposition. Selbst 60 Prozent der CDU/CSU-Anhänger und 76 Prozent der SPD-Anhänger befürchten eine Überforderung der eigenen Regierung. Unter den AfD-Anhängern erreicht dieser Wert sogar 99 Prozent.

Wie stark sich die gesellschaftliche Stimmung verändert hat, zeigt ein Vergleich mit dem Jahr 2015. Damals regierte Angela Merkel mit einer großen Koalition aus CDU/CSU und SPD. Deutschland war wirtschaftlich vergleichsweise stabil, die Arbeitslosigkeit ging zurück, die Flüchtlingskrise entwickelte sich zum dominierenden innenpolitischen Konflikt.

Kanzlertag 514
Leserumfrage: Wie lange geben Sie Merz als Kanzler noch?
Die damaligen Sorgen waren zwar auch groß, aber die Bewertung fiel ganz anders aus: Eine Untersuchung der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) ermittelte 2015, welche politischen Probleme die Deutschen für besonders dringlich hielten. An erster Stelle standen Zuwanderung und Integration mit 35 Prozent. Es folgten die Sorge vor Arbeitslosigkeit mit 22 Prozent sowie die Themen Altersversorgung und Preisentwicklung mit jeweils 16 Prozent. Die Bildungspolitik nannten 15 Prozent. Die Sorge über Politik und Regierung erreichte damals lediglich sechs Prozent.

Allerdings fragte GfK nach den dringendsten politischen Aufgaben, während Forsa nun aktuell das Ausmaß persönlicher Sorgen zu vorgegebenen Themen ermittelte. Die Prozentwerte sind deshalb nicht direkt vergleichbar.

Wie alarmierend die heutige Entwicklung für die beiden Regierungsparteien aber trotzdem sein müsste, zeigen die regelmäßigen Forsa-Bürgerbefragungen im Auftrag des Deutschen Beamtenbundes: Im Jahr 2019 hielten bereits 61 Prozent der Deutschen den Staat bei der Erfüllung seiner Aufgaben für überfordert.

Zu Beginn des Corona-Regimes kam es jedoch zu einer deutlichen Trendwende: 2020 sank dieser Anteil auf 40 Prozent. Gleichzeitig waren 56 Prozent überzeugt, dass der Staat seine Aufgaben bewältigen könne.

Die Krisenpolitik während des Corona-Regimes führte offenbar zu einem Vertrauensgewinn, doch das gelang nur vorübergehend: 2021 hielten wieder 51 Prozent den Staat für überfordert. 2022 waren es dann schon 66 Prozent, 2023 bereits 69 Prozent und 2024 schließlich 70 Prozent. Im Jahr 2025 erreichte die Skepsis dann mit 73 Prozent einen vorläufigen Höchstwert, nur noch 23 Prozent der Befragten bescheinigten dem Staat ausreichende Handlungsfähigkeit.

Innerhalb von nur sechs Jahren hat sich der Anteil jener, die eine Überforderung der Bundesregierung sehen, damit mehr als verdoppelt – von 40 Prozent im Jahr 2020 auf 87 Prozent im Jahr 2026.

Fast alle AfD-Wähler weiter über die Zuwanderung besorgt

Das aktuelle Forsa-Sorgenbarometer zeigt auch, wie unterschiedlich die Anhänger der Parteien die Entwicklung in Deutschland wahrnehmen: Während 98 Prozent der AfD-Anhänger die Folgen der Zuwanderung mit großer Sorge betrachten, sind es bei Grünen und Linken jeweils nur zwölf Prozent.

Auch bei der Kriminalität sind die Unterschiede erheblich: 97 Prozent der AfD-Anhänger machen sich darüber Sorgen, bei den Grünen sind es lediglich 30 Prozent.

Umgekehrt fürchten 98 Prozent der SPD-Anhänger und 97 Prozent der Grünen-Anhänger eine Zunahme des Rechtsextremismus. Unter AfD-Anhängern sind es nur 21 Prozent.

Und die Sorge vor den Folgen des Klimawandels beschäftigt 95 Prozent der Grünen-Anhänger, aber lediglich 25 Prozent der AfD-Anhänger.

Selbst innerhalb der Regierungskoalition bestehen erhebliche Unterschiede in der Bewertung der kritischen Themen: Während 82 Prozent der SPD-Anhänger eine zunehmende soziale Ungleichheit befürchten, sind es unter den Unionsanhängern nur 48 Prozent.

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Kommentare ( 70 )

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Mausi
1 Tag her

Aber die Meinung, der Staat sei überfordert, hindert nicht daran, immer mehr Planwirtschaft (Fürsorge) zu fordern oder gar eine der rrg Parteien zu wählen.
Und was heißt denn „überfordert“? Finanziell? Personell? Beschäftigt mit „anderen“ Zielen wie z. B. der Durchsetzung unsererDemokratie oder des demokratischen Sozialismus? Vertuschung gescheiterter Projektarbeit wie Energiewende oder Bildung?

Last edited 1 Tag her by Mausi
Endlich Frei
3 Tage her

Dieses Weiter-So ist ein einziger, teurer Zeitverlust. Gegen den Mehrheitswillen der Bevölkerung wird alles nur schlimmer.

Last edited 3 Tage her by Endlich Frei
Fieselsteinchen
3 Tage her

Überfordert? Die waren allesamt noch nie in der Verfassung dazu! Wie denn auch, Genosse Klingbeil, Antifa, und noch nie wertschöpfend gearbeitet, Noch-nicht-Genosse Merz, seines Zeichens Ex-Statthalter von Blackrock mit hohem Eigeninteresse an Immer-noch-im-Dunklen-Liegendem, die ganzen Parteischranzen von Hubig über Warken bis hin zu Klein-Amthor? Die wollten nichts und haben keine Zukunftsideen, außer das Weltklima zu retten und Russland zu besie“ch“en oder einen neuen Sozialismus auszuprobieren. Kein Verständnis für die Realität, kein Verständnis für technologische Weiterentwicklungen, nur Kontrolle und Steuern, Beschränkungen, Einschränkungen, Bestimmungen, Regeln und Vorschriften, Vorverurteilungen, Spaltungen und Häme, Kleingeisterei, Buckeln und Niedertracht. Wenn die Provinzialität die Weltbühne betritt und… Mehr

Mikmi
3 Tage her

Klingbeil will mehr Zugriff auf unsere Kontodaten und Immobilien, nun gut. Schulden erlassen für die Ukraine geht dann nicht mehr, ohne einen Bürgerentscheid. Wo bleiben unsere Steuergelder, wofür werden diese verwendet, nur noch mit absoluter Transparenz. Nichts mehr mit Verschlusssachen, wer das sagt, der geht. NGOs müssen lückenlos darlegen, was sie mit unseren Steuergeldern machen und an Familienangehörigen wird grundsätzlich kein Geld mehr fließen.

Mike76
3 Tage her

Diese Figuren sind einfach nur noch peinlich für diese Republik. Wäre ich ein Merz oder Klingbeil, hätte ich massiv Probleme, meine Hausnachbarn aufrecht anzusehen. Aber wahrscheinlich geht so ein Kanzler nebst seiner Gesellen nur noch im Dunkeln raus. Oder die tragen Sonnenbrillen und stülpen sich einen Hoody über den Kopf. Und warum gibt es eigentlich immer noch kein „Exit-GesetzE, mit dem sich bei totalem Versagen solche Visagen problemlos aus dem Amt entfernen liessen?

Llug
3 Tage her

Das stoert doch das MERZ/KLINGBEIL Komplott nicht!!!!!!!!!!! Sie habe sicherlich weiterhin eine warme Wohnung, gutes, reichhaltiges, fettes Essen ( siehe Klingbeils Figur die Adipositas bedenklich nahe kommt ), fettes Geld fuer Weihnachstgeschenke, Urlaub, Freifluege, Dienstwagen uvm. Glaubt jemand im Ernst das die beiden dies aufgeben werden um in der Bedeutungslosigkeit zu versinken. Das Orchester spielte bis die Titanic versank und mit ihr Passagiere und Besatzung. Gute Metapher oder….…….

Endlich Frei
3 Tage her

Seit 2008 wurden eine Millionen neue Staatsbediensteten-Posten eingerichtet. Viele Ministerialstellen sollen laut Pressemitteilungen nicht in Berlin, sondern als „Homeoffice-Stellen u. a. in Mallorca betrieben werden.

Last edited 3 Tage her by Endlich Frei
yeager
3 Tage her

Es ist nicht Überforderung sondern Unwille. Wozu unsere Politiker fähig sind wenn sie nur wollen ist am Rekordschuldenpaket erkennbar, man sieht es an all den Phantasievollen neuen Steuern, am Abriss bestens funktionierender Kraftwerke, am Ausbau von Kontrollstrukturen für soziale Medien, an der Agitation gegen „rechts“, an den Milliarden für die Ukraine. All das zeigt überdeutlich, dass unsere Regierenden all das umsetzen können, was sie umsetzen wollen. Selbst die Konflikte innerhalb der Koalition dürften zu einem wesentlichen Teil Kasperltheater sein, um dem Bürger vorzugaukeln, dass SPD und CDU ein breiteres Spektrum politischer Standpunkte abdecken als sie es tatsächlich tun. Es erlaubt… Mehr

Lucius de Geer
3 Tage her

BIn vor allem wegen der treudoofen CDU-Anhänger besorgt. Die machen sich zwar Sorgen, wählen aber einfach weiter ihren Untergang.

Orlando M.
3 Tage her

Nein ist sie nicht, das folgt alles einem Plan, dem der totalen Gleichheit aller. Der ist allerdings nur dann zu erreichen, wenn die produktiv tätige Minderheit im Lande für ein paar Erdnüsse hochmotiviert arbeitet und die Mehrheit der Leistungsempfänger zu versorgen als ihr höchstes Ideal betrachtet. Irgendein Mischmasch aus Kommunismus mit Marktwirtschaft schwebt den Sozialisten im engstirnigen Geist vor. Allerdings sind die Menschen bei weitem nicht so schwachsinnig, wie diese radikalen Umverteilungsfanatiker annehmen und seitdem geht es mit zunehmenden Gefälle stramm den Bach runter.

giesemann
3 Tage her

Es gibt wohl niemanden, der/die/das die Probleme, die kommen bewältigen kann. Allein das: Weltbank-Chef Ajay Banga prognostizert weitere 800 Millionen Flüchtlinge – FOCUS online, Zitat: Dienstag, 08.10.2024, 13:56 Ein dringender Appell für gerechte Ressourcenverteilung und technologische Innovation wurde am Sonntag auf einer Nachhaltigkeits-Konferenz formuliert. Insbesondere die Flüchtlingsprognosen von Weltbank-Chef Banga sorgen dabei für Aufsehen. 800 Millionen Menschen, die auf der Suche nach Arbeit zu Flüchtlingen werden – vor diesem Alptraum-Szenario warnt jetzt Weltbank-Chef Ajay Banga. Auf der von den Vereinten Nationen und der Bundesregierung organisierten „Hamburg Sustainability Conference“ steht eigentlich die Zukunft technischer Entwicklungen und die gerechte Verteilung von Ressourcen… Mehr