Der Anschlag scheiterte nicht an einer lückenlosen technischen Abwehr, sondern womöglich lediglich an einem beschädigten Zünder – und am Eingreifen eines aufmerksamen Mitarbeiters.
picture alliance/dpa | Hendrik Schmidt
Der Flughafen Leipzig/Halle scheint in der Nacht auf Mittwoch nur knapp einer Explosion entgangen zu sein. Kurz vor Mitternacht wurde im Sicherheitsbereich nahe der südlichen Start- und Landebahn eine Drohne mit einer Sprengvorrichtung gefunden. Laut Medienberichten sollen daran PETN-Sprengstoff sowie der hochexplosive Plastiksprengstoff Semtex angebracht gewesen sein. Offiziell bestätigt wurden Art und Aufbau des Sprengsatzes bislang nicht.
Ein aufmerksamer Mitarbeiter der Port Ground GmbH entdeckte die Drohne gegen 23.40 Uhr in unmittelbarer Nähe von vier ukrainischen Antonow-Transportflugzeugen. Spezialkräfte der Bundespolizei entfernten den augenscheinlich defekten Zünder mit einem Roboter.
Kurz nach dem Fund wurde der Flughafen Leipzig gesperrt. Ein DHL-Frachtflugzeug kollidierte beim Durchstarten mit einem unbekannten Flugobjekt, konnte aber trotz leicher Beschädigungen in Hannover landen. Ob es sich bei dem Flugobjekt um eine zweite Drohne handelte und ob beide Vorfälle zusammenhängen, ist ungeklärt. Womöglich handelte es sich dabei um eine Beobachtungsdrohne, die den Anschlag aufnehmen sollte.
Der Sprengstoff Semtex wurde in den 1960er-Jahren in der Tschechoslowakei entwickelt und wird militärisch sowie bei der Sprengung von Gebäuden verwendet. Er wurde außerdem bei dem Attentat auf eine Boeing 747 der PanAm benutzt, die während eines Flugs in die USA in der Nähe der schottischen Ortschaft Lockerbie gesprengt wurde.
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt sprach von einem „sehr ernsten, sicherheitsrelevanten Vorfall“ und einer „neuen Gefahrenqualität“. Er nahm die Angelegenheit so ernst, dass er seinen Urlaub in Italien abbrach. Nach seinen Worten deutet vieles auf ein professionelles Vorgehen hin. Die Drohne sei offenbar so konstruiert gewesen, dass sie bestehende Abwehrsysteme umgehen konnte. Dobrindt sprach von einem „Wettrüsten“ im Bereich hybrider Bedrohungen und schloss eine Beteiligung fremder Mächte nicht aus.
Ziel und Urheber stehen noch nicht fest. Sicherheitsbehörden sollen nach Bild-Informationen Spuren sowohl aus Russland als auch aus der Ukraine verfolgen.
Sicherheitsexperten und der CDU-Politiker Roderich Kiesewetter vermuten einen russisch gesteuerten hybriden Angriff. Dobrindt warnte am Abend vor voreiligen Schlüssen, erklärte die Gefährdungslage aber für hoch. Deutschlands Flughäfen sollen nun mit Unterstützung Israels und der Ukraine ihre Drohnenabwehr ausbauen.
Keine Sicherheitsstrategie
Der Vorsitzende der Deutschen Gewerkschaft der Polizei, Manuel Ostermann, sagte WELT TV, man sei „offenkundig“ einer größeren Katastrophe entgangen, unabhängig von der Menge des Sprengstoffs. Die Bundespolizei habe größere Schäden abwenden können. Doch bei der Gefahrenabwehr in Deutschland sei noch eine Menge zu tun: „Das gemeinsame Drohnenabwehrzentrum, da sind viele Regelungen noch nicht getroffen“, kritisierte Ostermann. Ob kriegerische Handlungen oder terroristische Taten, die Bedrohungen seien real: „Die Frage ist jetzt, wie wir uns so resilient aufstellen, dass wir diesen Lagen immer zuvorkommen.“
Die Wahl des Ortes wäre bei einem gezielten Anschlag keineswegs zufällig. Leipzig/Halle ist einer der größten europäischen Frachtflughäfen und das weltweit größte Luftfrachtdrehkreuz im Expressnetz von DHL. Zugleich ist Leipzig die operative Basis der ukrainischen Antonow-Flotte. Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine 2022 verlagerte Antonov Airlines einen erheblichen Teil ihres Betriebes dorthin. Die An-124 gehört zu den größten einsatzfähigen Frachtflugzeugen der Welt und kann im Rahmen des NATO-Programms SALIS bis zu 120 Tonnen Großgerät transportieren.
Neun NATO-Staaten, darunter Deutschland, sichern sich über SALIS Zugriff auf bis zu fünf An-124. Die Flugzeuge transportieren militärisches Großgerät, Fahrzeuge, Hubschrauber, Kraftwerkskomponenten und Hilfsgüter. Sie unterstützen inzwischen auch die Versorgung der NATO-Kampfverbände an der Ostflanke.
Allein 2024 wurden in Leipzig 545 Antonow-Flüge registriert; 405 davon sollen militärischen Charteraufträgen gedient haben. Eine Beschädigung oder Zerstörung dieser Flugzeuge würde Transportkapazitäten treffen, die sich kurzfristig kaum ersetzen ließen.
Warnungen gab es seit Jahren
Der jüngste Fund ist nicht der erste mutmaßliche Sabotageversuch am DHL-Drehkreuz. Im Juli 2024 entzündete sich dort ein Paket mit einem Brandsatz. Nur weil sich der Weitertransport verzögert hatte, brannte der Sprengsatz am Boden und nicht in einem Frachtflugzeug. Vergleichbare Pakete detonierten in Polen und Großbritannien. Europäische Ermittler gehen inzwischen davon aus, dass ein Netzwerk mit Verbindungen zum russischen Militärgeheimdienst GRU hinter der Serie stand. Russland bestreitet jede Beteiligung.
Auch die Drohnenwarnungen häufen sich. Allein im ersten Halbjahr 2026 registrierte die Deutsche Flugsicherung 145 Behinderungen an deutschen Flughäfen durch unerlaubte Drohnen. Meist werden die Piloten nicht gefunden.
Der Anschlag scheiterte nach bisherigem Kenntnisstand nicht an einer lückenlosen technischen Abwehr, sondern wahrscheinlich lediglich an einem beschädigten Zünder – und am Eingreifen eines aufmerksamen Mitarbeiters. Das war keine Sicherheitsstrategie, sondern reines Glück.





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Könnten Sie auch bei guten Taten die Nationalität des „Täters“ nennen?
Man kann’s nur noch mit Ironie kommentieren: Während sich Dobrindt mal zugestandenerweise ganz richtig verhält, indem er Zurückhaltung übt (weil er vielleicht schon mehr weiss als die grünen Blechtrompeten) hauen die Notze und Dröges in schönster Eintracht mit den Kiesewettern und sonstigen ‚Tschingderassabumm-Gestalten‘ auf den Quast als gäbe es kein Morgen: „Ab heute 6:45 wirrd zurrückgedrrrohnt – das regenbogenfarbene Geschwader Hofreiter ist soeben aufgestiegen zum Feindflug gen Moskau: Die deutschen Tofu- und Dinkelbrötchen-Bomben werden den Kremlherrn in die Knie zwingen (so er sich nicht zuvor totlacht)…“ Joy, Mama – würde der Magyare jetzt fassungslos sagen – und nur noch drauf… Mehr
Niemand weiß etwas (mit Sicherheit) – außer denen, die die deutschen Medien und die üblichen Verdächtigen aus der Politik mit ihrer Antirusslandgülle fluten. Fragen, zumal die richtigen, stellen diese Leute nicht. Nurwe nige gebieten diesem Treiben Einhalt: https://www.focus.de/politik/deutschland/putin-ist-schuld-mal-langsam-erinnert-euch-an-nordstream_753b0025-a046-4948-9948-cabb8c82cad7.html Der Vorsitzende des Verteidugungsausschusses stellte zum Thema fest: „Einige Dinge deuten zwar in eine Richtung. Aber oft ist es anders, als es scheint.“ 👍 Ganz anders reden die einschlägigen Verdächtigen: „Innenminister Alexander Dobrindt sagte am Mittwochabend, die Drohne sei sehr professionell präpariert worden, der Umgang mit Sprengstoff erfordere „ein hohes Maß an Technikerfahrung“. Er wollte sich aber nicht auf Russland als Urheber… Mehr
Bitte mal nur eine Frage ? Semtex ist ein Sprengstoff aus den 60 zigern . Es gibt sehr brisante Weiterentwicklungen . Würde wer auch immer eine solche Tat begehen wollte unbedingt das fast älteste Material nach Schwarzpulver benutzen ? Wohl doch nicht ! Es scheint allerdings bei aller medialen Aufregung das es ein solches Ereignis brauchte um wieder einmal ein Antidrohnenprogramm mit aller Macht durchzusetzen . Und die furchtbare Frau Slomka gestern Abend im ZDF bekam sich ja kaum ein vor flammender Wut auf Putin ,schier hatte man den Eindruck dieser hätte das Ding selber nach Leipzig gebracht . Zuständige… Mehr
Deutschland führt mal wieder Krieg gegen Russland… na dann: Viel Spaß…
Wenn die Russen wirklich auf Schland schiessen, wird es lautstark verkündet. Heute im Bösen Medium: „Crew evakuiert: Russland greift deutschen Frachter Emil mit Drohnen an“ > „… Russland hat nach eigenen Angaben am Mittwoch mehrere Frachter im Schwarzen Meer mit Drohnen angegriffen, darunter der deutsche Frachter Emil. „Gestern Abend wurden zwei Trockenfrachtschiffe mit Militärgütern an Bord im Schwarzen Meer, südlich und östlich von Odessa, von Kampfdrohnen getroffen“, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau am Donnerstag in einer Erklärung mit. …“ Davon wird sogar ein Video geboten. Rein juristisch gehört schländisches Schiff zum schländischen Territorium. Nun ja – auch damit hat der… Mehr
Deutschland ist in dem Krieg – gegen – Russland involviert.
Sie liefern alle möglichen Waffen, die von der elendigen Ukraine für Angriffe auf Russland verwendet werden.
Wenn die russische Armee einen deutschen Frachter vor Odessa beschießt, dann ist das absolut verständlich.
Es müssen weitere Waffenlieferungen für die Massenmörder in der Ukraine vermutet werden.
Was haben die bekloppten Deutschen jetzt noch in Odessa zu suchen ?
Es gibt ein Sprichwort – „Wer sich in Gefahr begibt, der kommt darin um“.
Das sollte den dämlichen Deutschen bekannt sein.
Viel spannender ist der Umstand das die Transporter Munition geladen haben, diese deutsche Beteiligung am Ukraine-Krieg scheint in Deutschland niemand zu interessieren. Die Munition stellt Konterbande dar und ist eigentlich ein legitimes Angriffsziel. Ist die Bundeswehr zu feige, diese Transporte auf ihren Stützpunkten abzuwickeln ? Oder wird ein Grund für den heißen Krieg gesucht.
“ Ist die Bundeswehr zu feige, diese Transporte auf ihren Stützpunkten abzuwickeln ?“ Die Kapazitäten sind ausgelastet. Schließlich führt man auch noch Krieg gegen den Iran.
Meiner Ansicht dienen diese aufgeblasenen Berichte nur einem: die deutsche Gesellschaft auf einen lt. unseren trüben Tassen in Berlin, unbedingt notwendigen Krieg mit Russland einzustimmen. Das kommt davon, wenn man sich mit Verbr……wie dem Komiker in Kiew einlässt. Denn nicht Russland hat uns jahrzehntelang sicher mit biliger Energie versorgt, nein der Ukrainer war es. Landeverbot für ukrainische Flugzeuge bundesweit, das wäre die Lösung die in deutschem Interesse steht. Aber wenn die Moral vor dem Fressen kommt, wird das Deutschland noch bitter bezahlen müssen und das völlig zu Recht. Scheinbar wollen viele in Berlin eine Wiederholung von 1939, hoffentlich führt das… Mehr
„Für die Herrschenden zum gleichen Ende… achso!“ Und die Nicht-Herrschenden? Die Filmaufnahmen der Amis ab Juni 1945 über den9 großen deutschen Städte haben Sie nie gesehen, oder? Aber diesmal würde es sogar passen: 1932 haben 32% die National-SOZIALISTEN gewählt, Ab Merkel wählt die überwältigende Mehrheit der Bürger dieses Landes immer und immer wieder, frei und geheim, ihren eigenen Untergang.
Nur Idioten schlagen die Hand, die uns seit langer Zeit sehr zuverlässig beliefert.
Und das hier kommt von den Grünen, Zitat GMX: „Grünen-Fraktionschefin Katharina Dröge verlangte daraufhin eine umgehende Sitzung des Nationalen Sicherheitsrates. Auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) dürften dabei nicht fehlen, findet Dröge. Sie wertete den Vorfall als ‚erheblichen und schweren hybriden Angriff‘ und fügte hinzu: Sollte ein staatlicher Akteur dahinterstecken, ‚wäre das Staatsterrorismus, auf den es eine klare und konsequente Reaktion der Bundesrepublik Deutschland braucht‘.“ Solche „Reaktionen“ lassen in der Tat befürchten, dass es sich um eine inszenierte Provokation handelt – eventuell sogar im Zusammenhang und mit Blick auf die Wahlen in Sachsen-Anhalt. Denn das, was… Mehr
Was wäre denn die angemessene Reaktion nach dem Gebetbuch der Frau Dröge? Sofortige Mobilmachung und Ausruf des Kriegszustandes ? Ich bin gespannt.
Es müsste längst ermittelt sein, woher das codierte Semtex kommt. Ich vermute, es kommt aus einem deutschen Depot. Aber das wird man uns aus Gründen nicht sagen.
Da die Drohne zum Zeitpunkt des Auffindens nicht zerstört war, sollte anhand der Bauteile feststellbar sein, aus welcher Fabrikation sie stammt. – Die Information im Artikel: „Sicherheitsbehörden sollen nach Bild-Informationen Spuren sowohl aus Russland als auch aus der Ukraine verfolgen“. klingt vielversprechend! Ist der an der Drohne gefundene Sprengstoff eventuell der gleiche, der auch bei der Nordstream-Sprengung verwendet wurde? Daß Ukrainer (oder als Ukrainer getarnte Russen!) Zugang zum Flugfeld hatten, davon ist auszugehen, weil es sich ja um ukrainische Maschinen handelt! – Sollte sich mein Verdacht bewahrheiten, daß es sich bei der Angelegenheit um eins der Täuschungsmanöver des gelernten Schauspielers… Mehr
Auffällig ist m.E., dass von offizieller Seite jegliche auch nur ansatzweise Verbindung zum Nordstreamanschlag peinlichst vermieden wird. Eine irgendwie bewußt nachträglich konstruierte Verbindung mit der AfD in den Medien dagegen scheint mir nur eine Frage der Zeit zu sein. Wie man auf allen Kanälen gerade sehen, hören und lesen kann, kommen wieder alle möglichen „Experten“ aus ihren Löchern, für die es überhaupt keine Frage ist, wer hinter der Drohne steckt, obwohl nichts feststeht. Der ermittelnde Generalstaatsanwalt Sachsens verweigert deshalb jegliche Information zum Fall. Was aber diese Schmier- und Sprachfinken absolut nicht stört. Einfach nur furchtbar. Ein jeder möge mal gedanklich… Mehr