Berlin: Polizeigewerkschaft fordert Fußfesseln für Linksterroristen

Vier Linksextremisten sollen 2025 die Stromversorgung des Technologieparks Adlershof sabotiert haben – doch sie sind weiter auf freiem Fuß. GdP-Landeschef Stephan Weh fordert nun Fußfesseln wie bei Islamisten. Er wirft der Berliner Justiz absurdes „Pingpong“ vor, es erwecke den Anschein, als habe man kein Interesse daran zu ermitteln.

picture alliance/dpa | Sina Schuldt
Landesbezirksvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP) Berlin Stephan Weh, 04.12.2025

Angesichts der Ermittlungen zu mutmaßlich linksextremen Sabotageakten in Berlin fordert die Gewerkschaft der Polizei (GdP) den Einsatz elektronischer Fußfesseln für Verdächtige. „Vielleicht wäre es endlich an der Zeit, diesen Terroristen im Rahmen der Gefahrenabwehr elektronische Fußfesseln anzulegen. Wir machen das bei Islamisten, warum nicht auch hier“, sagte der Berliner GdP-Landeschef Stephan Weh der Welt am Sonntag.

Hintergrund sind die Ermittlungen gegen vier mutmaßliche Linksextremisten. Sie sollen für einen Anschlag auf die Stromversorgung des Technologieparks in Berlin-Adlershof im September 2025 verantwortlich sein. Die Beschuldigten befinden sich weiterhin auf freiem Fuß.

Am 9. September 2025 legten die Täter Brände an zwei Hochspannungsmasten in Berlin-Johannisthal. Der anschließende Stromausfall traf rund 50.000 private und gewerbliche Kunden – darunter Pflegeeinrichtungen, Arztpraxen, Apotheken, Schulen, Kitas, Geschäfte und Wohnungen. Auch S-Bahnen, Straßenbahnen, Ampeln und andere Verkehrsleiteinrichtungen fielen aus. In einigen Gebieten waren die Notrufe 110 und 112 über Mobilfunk nicht erreichbar.

Ziel des Anschlags war der Technologiepark „Adlershof Science at Work“, Berlins wichtigster Wissenschafts-, Wirtschafts- und Medienstandort. Auf dem Gelände befinden sich zahlreiche außeruniversitäre Forschungseinrichtungen, hinzu kommen der naturwissenschaftliche Campus der Humboldt-Universität und 1.330 Unternehmen. Auf der linksextremistischen Plattform Indymedia erschien später ein Bekennerschreiben zum Anschlag.

Scharfe Kritik übte Weh auch an der schleppenden juristischen Aufarbeitung. Nachdem die Verteidiger Beschwerden gegen Durchsuchungen und die Sicherstellung von Datenträgern eingelegt hatten, wartet das Verfahren seit Monaten auf Entscheidungen des Landgerichts Berlin I.

„Wir sind ehrlicherweise entsetzt, wie Gericht und Staatsanwaltschaft hier ständig die Verantwortung hin und herschieben“, sagte der GdP-Landeschef. Die Ermittlungsgruppe habe die Maßnahmen akribisch vorbereitet. Weh zufolge ist das Verfahren inzwischen an einem Punkt angekommen, der Zweifel am Aufklärungswillen der zuständigen Stellen weckt: „Dieses Pingpong ist langsam absurd und weckt den Anschein, als habe man gar kein Interesse daran, Ermittlungen voranzutreiben.“

Wehs Vorwurf deckt sich mit den Erfahrungen von Tichys Einblick. Im Mai 2026 fragte TE die Generalstaatsanwaltschaft Berlin nach dem Ermittlungsstand zum Anschlag auf die Strominfrastruktur in Treptow-Köpenick am Dienstag, den 9. September 2025. Die Antwort lautete: „Die Ermittlungen dauern an. Weitere Auskünfte können derzeit nicht erteilt werden.“ Die Berliner Behörden waren rund neun Monate nach der Tat nicht in der Lage, Auskunft über die Ermittlungen zu dem Terroranschlag zu geben.

 

Seit 2011 aktiv: die linksextremistische „Vulkangruppe“

Linksextremisten verüben immer wieder Terroranschläge – anscheinend ohne nennenswerten Fahndungsdruck zu spüren. Erstmals trat eine linksextremistische „Vulkangruppe“ 2011 mit einem Angriff auf die technische Infrastruktur in Erscheinung. 2018 folgte ein Anschlag auf Kabelverbindungen in Charlottenburg, 2019 ein Angriff auf Kabel der S- und Fernbahn in Berlin-Karlshorst.

Im März 2024 setzte eine „Vulkangruppe“ einen Hochspannungsmast bei Grünheide in Brand. Die Tesla-Fabrik verlor ihre Stromversorgung, umliegende Haushalte und eine Klinik waren ebenfalls betroffen. Allein Tesla bezifferte seinen Schaden auf mehrere hundert Millionen Euro.

Anfang Januar 2026 folgte der nächste schwere Angriff von Linksterroristen in Berlin-Lichterfelde. Rund 45.000 Haushalte sowie etwa 2.200 Gewerbekunden verloren dort mit einem Schlag ihre Versorgung – nach einem Brandanschlag auf eine zum Kraftwerk in Lichterfelde führende Stromleitung. Die vollständige Wiederherstellung dauerte ungefähr 100 Stunden. Zu dem Anschlag bekannte sich erneut eine „Vulkangruppe“.

Obwohl die sogenannte Vulkangruppe seit 2011 aktiv zu sein scheint, können weder die Berliner Generalstaatsanwaltschaft noch die Generalbundesanwaltschaft der Öffentlichkeit nach 15 Jahren einen Ermittlungsfortschritt gegen diese terroristische Vereinigung präsentieren.

Angesichts dieser Anschlagsserie und der weiterhin ausbleibenden Ermittlungserfolge erhält Wehs Forderung nach elektronischen Fußfesseln zusätzliches Gewicht.

Anzeige

Unterstützung
oder €

Kommentare ( 20 )

Liebe Leser!

Wir sind dankbar für Ihre Kommentare und schätzen Ihre aktive Beteiligung sehr. Ihre Zuschriften können auch als eigene Beiträge auf der Site erscheinen oder in unserer Monatszeitschrift „Tichys Einblick“.
Bitte entwerten Sie Ihre Argumente nicht durch Unterstellungen, Verunglimpfungen oder inakzeptable Worte und Links. Solche Texte schalten wir nicht frei. Ihre Kommentare werden moderiert, da die juristische Verantwortung bei TE liegt. Bitte verstehen Sie, dass die Moderation zwischen Mitternacht und morgens Pause macht und es, je nach Aufkommen, zu zeitlichen Verzögerungen kommen kann. Vielen Dank für Ihr Verständnis. Hinweis

20 Comments
neuste
älteste beste Bewertung
Inline Feedbacks
Alle Kommentare ansehen
SvenFischer
19 Tage her

Dank der neuen extrem Linken, die ja bald die Macht in Berlin übernehmen, wird eher die Polizei abgeschafft, die Verfahren eingestellt, anstatt Fußfesseln angeschafft. Schwerste Straftaten wurden in den beiden letzten Jahren fast ausschließlich durch PMK links und religiös motivierte Personen verursacht. Rechts, schafft es zwar nominal auf deutlich mehr Straftaten, allerdings überwiegend Vergehen, Beleidigungen und die Petzportale puschen natürlich auch noch.

Michael W.
19 Tage her

Wow. So schnell ist die GdP? Bei den „Rechten“ waren die mit absurden Forderungen wesentlich schneller!

joly
19 Tage her

„Wir machen das bei Islamisten, warum nicht auch hier“, sagte der Berliner GdP-Landeschef Stephan Weh der Welt am Sonntag.“
Das ist doch einfach zu erklären. Stellen sie sich mal vor wie viel zusätzliches Personal notwendig wäre um diese Fußfesseln an- und abzulegen. Oder wollen sie solche Menschen diskriminieren indem sie diesen Personenkreis von der Sauna über Schwimmbad und Massage bis hin zur Hautbehandlung durch Fachärzte fern halten? Generell wäre eine sportliche Betätigung mit Fußfessel stark eingeschränkt. Selbst die Auswahl von Kleidern wäre nicht mehr vollständig möglich. Stiefel, enge Hosen oder Strumpfhosen – wie soll das gehen?

Der Person
19 Tage her

„Wir haben die gesamte Führung fast aller Berliner Sicherheitsbehörden ausgetauscht und dort ziemlich gute Leute reingebracht. Bei der Feuerwehr, der Polizei, der Generalstaatsanwaltschaft und auch beim Verfassungsschutz. Ich hoffe sehr, dass sich das in Zukunft bemerkbar macht.“

Dominik Lux, Grüne

ceterum censeo
19 Tage her

Vielleicht hat die Vulkangruppe auch einen Koçak in der Fahndungsgruppe…

Franz Guenter
19 Tage her

Meine Meinung: Es gibt seitens der Verwaltung kein Interesse zu ermitteln. Ein Schelm wer böses denkt.

epigone
19 Tage her

Wäre in der Tat eine gute Maßnahme, das mit den Fußfesseln!

Vielleicht können wir dann ja hier bei TE eine öffentliche Wette daraus machen, wo die Fußfesseln am häufigsten verortet werden: in den Büros und Kneipen der Grünen, der Linken, der SPD oder des Verfassungsschmutzes.

Last edited 19 Tage her by epigone
pcn
19 Tage her

Warum wundert das die deutsche Öffentlichkeit? Die Rollator-Gang sitzt schon vier (!) Jahre wegen eines Verdachts des vermeintlich gewaltsamen Umsturzes in Untersuchungshaft. Jeder syrische und afghanische Gewaltverbrecher wäre schon längst auf freiem Fuß, mit Bürgergeld versteht sich, weil noch kein Prozess stattfinden konnte. Jedenfalls, das Verfahren gegen Opas der Rollator-Gang benötigt jede personelle Ressource. Da ist kein personeller Spielraum für die Aufgabenverteilung in Sachen der wahren Schwerkriminellen. Schwerkriminalität von von Links ist sozusagen ein politisches Must-Have hinter vorgehaltener Hand von Linken, Roten und Grünen. Außerdem, Linksaußen wird als interventionistische Linksaktion von staatswegen eingeordnet und ist überhaupt nicht mit der Armbrust… Mehr

Last edited 19 Tage her by pcn
Klaus Uhltzscht
19 Tage her

Ich wünsche mir von der Polizei, daß sie mich auf einer Coronademo nicht zusammenschlägt.
Während sie vor den Hergeschleppten feige kuscht.
Danke für nichts.

joly
19 Tage her
Antworten an  Klaus Uhltzscht

Sorry, aber dieser Dank für das Nichts ist unzutreffend. Dn wir bekommen nicht das Nichts sondern verlieren massiv. Sicherheit, Wohlstand, Menschnrechte, Kultur, Zivilisation, wissenschaftlichen Fortschritt…

U.S.
19 Tage her

Die Polizei Chefs des Bundeslandes Berlin werden nicht mehr lange Polizeichefs in Berlin bleiben, sie werden befördert nach Ost – Ukraine 🙊🙈