Während die Bekanntheit (und der Zuspruch) für „Allesdichtmachen“ wächst, mehren sich auch die Versuche die Aktion zu demontieren. Mittlerweile sind nur noch 34 von 52 Videos online verfügbar, YouTube löscht die Aktion aus den Suchanfragen. Wie es zum Rückzug dieser Schauspieler kommt, erläuterte nun Mit-Organisator Dietrich Brüggemann im Interview mit n-tv: „Teilweise kriegen sie Morddrohungen. Von einigen Leuten, deren Videos nicht mehr online sind, weiß ich, dass die komplett hinter der Aktion stehen und das wahnsinnig wichtig finden, aber die Kinder werden bedroht und sie möchten das Video deswegen erstmal nicht mehr online haben.“
Auch zum Vorwurf, des Beifalls von der falschen Seite äußert sich Brüggemann: „Die Diskussion, wie viel Lockdown verhältnismäßig ist und wie viel wir kaputt machen in unserer Gesellschaft – das kann man doch nicht der AfD überlassen. Und den Prozess dann stigmatisieren und jedem, der protestiert, sagen: ‚Du vertrittst jetzt hier AfD-Positionen.‘ Das ist doch totalitär. Damit ist das ganze Thema im Keim erstickt.“
Viel gerätselt wurde auch, wie tief die inhaltliche Kritik der Aktion reicht – sollen nur bestimmte Muster der Öffentlichkeit oder auch die Maßnahmen als solche kritisiert werden? In einer Erklärung auf der Seite heißt es: „Es geht darum, daß Kritik am Lockdown ein legitimer Standpunkt ist, der sich mit Argumenten und Fakten untermauern läßt. Es geht um den Blick auf die Schäden, die die Corona-Maßnahmen auf vielerlei Art anrichten. Es geht darum, daß Kinder und Jugendliche um einen wichtigen Teil ihres Lebens betrogen werden.“ Und: „Nicht alle in dieser Gruppe sind Gegner eines wie auch immer gearteten Lockdowns. Einige schon.“
Auch Brüggemann wird bei n-tv konkreter: „Teile von Amerika haben schon im Herbst wieder aufgemacht. Schweden hatte die ganze Zeit keinen Lockdown. Schweden hatte am Anfang hohe Zahlen, steht aber in der zweiten Welle besser da als Deutschland. Die Maßnahmen dort sind moderat und vor allem zivil.“ und: „Wenn wir uns die ganze Welt anschauen, sehen wir keine großartige Korrelation zwischen Maßnahmen und Pandemieverlauf. Da kommen immer mehr Studien, die sagen, Lockdown bringt wenig bis gar nichts.“
Es springen immer mehr Schauspieler ab, nach wie vor scheint es aber einen Kern zu geben, der eine konsistente politische Idee mit der Aktion verfolgt und an dieser auch festhält: Eine linke Kritik an den Corona-Maßnahmen. Eigentlich wäre die nur logisch: Man stelle sich vor, man hätte den Ur-Grünen etwas von Ausgangssperre erzählen wollen.